Wenn der Dollar sprechen könnte
„Man nennt Dich eine Konfettiwährung“

Der Pakt zwischen Japan und China zeigt, dass sich die Gewichte im Weltwährungssystem verschieben. Während Dollar und Euro an Bedeutung verlieren, wird Chinas Yuan wichtiger. Ein fiktives Streitgespräch dreier Währungen.
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Dollar: Tach Euro, gibt’s Dich auch noch? Ich dachte Du wärst schon tot.
Euro: Totgesagte leben bekanntlich länger, mein Lieber. Schon Mitte 2010 haben angebliche Experten meinen Untergang prognostiziert - wie Du siehst, lagen die falsch. Aber sag einmal: Was machst Du denn hier? Ich wollte gerade zum Krankenhaus, um Dich zu besuchen. Man sagte mir, Du lägest auf der Intensivstation und ich solle mich beeilen.

Dollar: Was für ein Unsinn. Mir geht es hervorragend! Ich bin die stärkste Währung der Welt. Nicht umsonst nennt man mich Leitwährung.

Euro: Stärkste Währung der Welt, nun ja: In den vergangen zehn Jahren habe ich im Vergleich zu Dir um rund 50 Prozent aufgewertet. Und die Sache mit der Leitwährung: Inzwischen werden fast 30 Prozent aller weltweiten Reserven in Euro gehalten, auch da habe ich Dir zehn Prozent abgeknöpft…

Dollar: Es werden aber immer noch doppelt so viele Devisenreserven - rund 60 Prozent - in Dollar gehalten. Ist ja auch irgendwie logisch: Wer will schon in eine Währung investieren, die keine Zukunft hat. Du musst ja ständig gerettet werden und machst nur Probleme. Was Du die Steuerzahler schon gekostet hast - an Deiner Stelle würde ich mich schämen.

Euro: Zugegeben, ich hatte in letzter Zeit mit der einen oder anderen Kinderkrankheit zu kämpfen. Das liegt an meiner Entstehungsgeschichte. Heute wissen wir, dass Länder wie Griechenland an der Währungsunion besser nicht teilgenommen hätten. Aber damals war es die  europäische Leidenschaft, die meine Väter und Mütter dazu trieb, das eine oder andere Auge zuzudrücken. Die Geschichte meiner Zeugung ist sicherlich nicht jugendfrei. Aber: Ich bin ein Kind der Liebe.

Kommentare zu " Wenn der Dollar sprechen könnte: „Man nennt Dich eine Konfettiwährung“"

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  • Und ich als Erwachsener bin über Ihre Reaktion weder Empört noch beleidigt. Die Arroganz, Zeitverschwendung und Futilität die sie beinhaltet sind der Leitfaden des, zugegeben, originellen Versuch diese Diskrepanzen zwischen den Währungen anzusprechen.

  • Ist dieser Artikel für Kinder gemacht? Oder ist er Teil der EU-Werbekampagne zum 10. Geburtstag des EURO?
    Wie dem auch sei: als Erwachsener finde den Artikel ziemlich dämlich und überflüssig.

  • Die beste Währung ist nicht die, welche am stärksten steigt, sondern jene die die langfristige Substanz des Währungsraums in Relation zu anderen am besten verkörpert, wiedergibt. Sonst wäre der brasilianische Real ja eine der besten und der chin. Yuan eine der schlechtesten.Eine Währung kann substanziell die wirklich beste sein, wenn aber die andern gefälscht und blasengetrieben sind, wird auch dies in Relation wieder in Frage gestellt.
    Es reden zwar viele von Manipulation und Blasen, wiederholen die Symptomerklärungen. Die wirklichen Ursachen der Weltwirtschaftsblase werden nicht oder kaum angesprochen und offensichtlich nicht erkannt. Mir ist es gelungen, die Wurzeln zu identifizieren und erklären in einem Buch.
    Die Medien wollen sich damit aber nicht weiter herumschlagen mit der Begründung, sie hätten eigene Autoren, um diese Gebiete abzudecken.
    Eigentlich Schade, mein Buch scheint ein Primeur zu sein.

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