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08.01.2009 
Zivilgesellschaft

Wer fährt die Obama-Dividende ein?

von Andreas Rinke

In Deutschland und den USA hat ein Wettrennen begonnen, wie man es nur selten beobachten kann: Kurz vor Obamas Regierungsübernahme kämpfen private Organisationen und wissenschaftliche Think Tanks um die Vorreiterrolle in den transatlantischen Beziehungen. Die traditionellen Platzhirsche haben bereits Stellung bezogen.

Porträt vom nächsten Präsidenten: Obama sorgt für Bewegung in den transatlantischen Beziehungen. Foto: APLupe

Porträt vom nächsten Präsidenten: Obama sorgt für Bewegung in den transatlantischen Beziehungen. Foto: AP

BERLIN. Selbst in den Zeiten der Verstimmung über den Irakkrieg haben sie als festes Scharnier der Verständigung gedient: Doch jetzt stehen die transatlantischen Institutionen in Deutschland vor einem echten Umbruch. Angesichts des Wechsels vom republikanischen Präsidenten George W. Bush zum Demokraten Barack Obama wird hinter den Kulissen hektisch geprüft, wer die besten Kontakte in die künftige US-Regierung hat. Denn jede transatlantische Organisation will sich für die Entscheider aus Wirtschaft und Politik als zentrale Plattform oder entscheidendes Netzwerk für den Austausch mit Washington anbieten.

Der Status ist wegen der meist privaten Finanzierung der Einrichtungen wichtig, aber schwer zu erreichen. In keinem anderen bilateralen Verhältnis tummeln sich derart viele Organisationen wie etwa die Atlantikbrücke, der German Marshall Fund (GMF), die American Academy, das Aspen-Institut oder die Partei-Stiftungen - um nur einige zu nennen.

"Alle werden eine Obama-Dividende einfahren", sagt Gary Smith, Leiter der American Academy, diplomatisch. Die US-Demokraten hätten schließlich seit Jahren Beziehungen zu allen Organisationen in Deutschland aufgebaut. Es gebe eine neue Offenheit auf beiden Seiten des Atlantik. Dass alle profitieren, glauben auch Constanze Stelzenmüller, Leiterin des Berliner GMF-Büros und der CDU-Fraktionsvize Andreas Schockenhoff - obwohl die transatlantischen Institutionen nach Ansicht von Stelzenmüller "von den offiziellen Kommunikationsstörungen der Bush-Ära sogar profitiert haben, weil ihre zivilgesellschaftliche Mittlerrolle dadurch aufgewertet wurde."

Dennoch wird der Obama-Wechsel durchaus Gewinner und Verlierer sehen, glaubt Jan Techau, Leiter des Alfred-Oppenheimer-Zentrums bei der Deutschen Gemeinschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Ohnehin suchen vielen nach einem eigenen Profil, etwa die Atlantische Initiative, die eine offene Diskussionsplattform im Internet anbietet.

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