Werben um Unterstützung im EU-Parlament
Barrosos Haltung nicht unumstritten

Der designierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat in Brüssel um Unterstützung des EU-Parlaments geworben. Dabei hat er sich als Vermittler präsentiert. Noch muss Barroso aber einige Vorbehalte zerstreuen.

HB BRÜSSEL. Barroso stellte sich am Dienstag in Brüssel den Fraktionen der Sozialdemokraten und Grünen vor, die zuvor vor allem Kritik an seiner Unterstützung der USA im Irak-Krieg geübt hatten. Der von den Konservativen in der EU im zweiten Anlauf durchgesetzte frühere portugiesische Ministerpräsident stellte sich als „Reformer der Mitte“ dar und betonte seine sozialpolitischen Ambitionen. Im Gegensatz zu prominenten Mitgliedern der konservativen EVP unterstützte er persönlich einen EU-Beitritt der Türkei und distanzierte sich deutlich von Teilen der US-Außenpolitik.

Der 48-Jährige war von den Staats- und Regierungschefs der EU erst im zweiten Anlauf nominiert worden, nachdem zunächst kein Kandidat die erforderliche Unterstützung des Gipfels bekommen hatte. Er muss noch vom EU-Parlament bestätigt werden. Barroso versuchte Vorbehalte zu zerstreuen, er könne sich kaum gegen Interessen großer Länder durchsetzen. Erneut betonte er, er habe auch Deutschland keine Zugeständnisse bei der Besetzung von Posten in der neuen Kommission gemacht, die am 1. November das Kollegium unter dem Italiener Romano Prodi ablösen soll. Deutschland strebt an, dass ihr Kommissar Günter Verheugen Vize-Präsident für Wirtschaftsfragen wird.

Während Prodi außerhalb Italiens oft als ungeschickter Kommunikator gilt, versprach Barroso eine bessere Außendarstellung der Kommission. „Ich will die europäische Idee den Menschen in Europa besser erklären“, sagte er.

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