"Werden Kampf gegen Israel aussetzen"
Hamas-Gründer stellt Waffenstillstand in Aussicht

Die israelfeindliche Hamas ist nach den Worten ihres Gründers Scheich Ahmed Jassin unter bestimmten Bedingungen zu einem Waffenstillstand bereit. Hoffnung auf eine Annäherung im Nahost-Friedensprozess nährten am Freitag auch Angaben aus Palästinenser-Kreisen, wonach eine Einigung über einen israelischen Truppenabzug aus dem Gaza-Streifen und Bethlehem im Westjordanland erzielt worden sei.

Reuters GAZA-STADT. Am Samstag wird US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice in der Region erwartet, um in Gesprächen mit Vertretern der israelischen und der palästinensischen Regierung auf eine rasche Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplans zu dringen.

„Die Hamas hat alle Entwicklungen geprüft und ist zu der Entscheidung gelangt, einen Waffenstillstand auszurufen beziehungsweise alle Kampf-Aktivitäten auszusetzen“, sagte Jassin am Freitag in Gaza-Stadt der Nachrichtenagentur Reuters. Der Gewaltverzicht sei jedoch an einen Zeitrahmen und Bedingungen geknüpft, fügte er hinzu.

In israelischen Regierungskreisen hieß es, Jassins Erklärung sei „nicht das Papier wert, auf der sie geschrieben ist“. Jassin sagte nicht, wann der Gewaltverzicht in Kraft treten könnte. Auch zu den Bedingungen machte er keine näheren Angaben. „Wir stehen noch in Kontakt mit den übrigen Gruppen, um eine gemeinsame Formel zu finden, der alle zustimmen“, ergänzte der Hamas-Gründer mit Blick auf andere militante Palästinenser-Gruppen wie den Islamischen Dschihad und die El-Aksa-Brigaden, einem Ableger der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat.

Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas hatte sich bislang vergeblich darum bemüht, die Hamas und die radikalen Palästinenser-Gruppen zu einem Gewaltverzicht zu bewegen. Die Organisationen kämpfen für die Zerstörung Israels und haben sich zu zahlreichen Anschlägen bekannt, bei denen Dutzende Israelis getötet wurden. Israel hatte wiederholt die Zerschlagung der Hamas und anderer Palästinenser-Organisationen im Rahmen des internationalen Friedensplans gefordert. Der Plan sieht nach der Beendigung der Gewalt die Gründung eines Palästinenser-Staates bis 2005 vor.

Israel hatte sich in der Vergangenheit gegenüber einem zeitweisen Gewaltverzicht der Palästinenser-Gruppen skeptisch gezeigt und argumentiert, dieser gebe gewalttätigen Palästinensern Zeit, sich in ihrem seit 33 Monaten andauernden Aufstand neu zu formieren.

„Bei dem Treffen israelischer und palästinensischer Sicherheitsvertreter ist eine Einigung in der Frage des Abzugs aus dem Gaza-Streifen und Bethlehem erzielt worden“, verlautete aus Kreisen der Palästinenser-Regierung. „Die Umsetzung wird am Samstag beginnen.“ Beide Seiten seien darin übereingekommen, die Straßen im Gaza-Streifen, die bislang unter der Kontrolle der israelischen Armee standen, wieder freizugeben. Einzige Ausnahme sei ein Kontrollpunkt in der Nähe der jüdischen Siedlung Kfar Darom, der später geräumt würde, wenn das Abkommen mit den Palästinensern Erfolg zeige. Israel habe zudem zugesagt, gezielte Angriffe auf radikale Palästinenser im Gaza-Streifen und in Bethlehem einzustellen. Von israelischer Seite wurde die Einigung zunächst nicht bestätigt. Zudem war unklar, welche Sicherheitsmaßnahmen die Palästinenser als Gegenzug für den Truppenabzug einleiten würden.

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