„Werdet erwachsen“
USA belächeln deutsche Reaktion auf NSA-Affäre

Die US-Regierung verstummt in der NSA-Affäre. Für manche ist Obama damit „genauso schlimm wie George W. Bush“. Doch viele Amerikaner unterstützen den Abhörskandal. Die Empörung der Deutschen empfinden sie als lächerlich.
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WashingtonDa stand er damals - auf der Bühne an der Berliner Siegessäule - und lobte das deutsch-amerikanische Verhältnis in schillerndsten Farben. „Völker der Welt - schaut auf Berlin! Schaut auf Berlin, wo Deutsche und Amerikaner gelernt haben zusammenzuarbeiten und einander zu vertrauen“, rief der US-Senator und Präsidentschafts-Kandidat Barack Obama im Juli 2008 den Menschen zu. Die Menge jubelte frenetisch, denn nach den schwierigen Jahren mit George W. Bush wirkte Obama wie jemand, auf den man sich wieder verlassen kann.

Fünf Jahre später schauen die Völker der Welt auf Berlin und sehen eine düpierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Handygespräche den Amerikanern wohl mehr als ein Jahrzehnt als Infoquelle dienten. Sie lesen Berichte über eine heimliche Hightech-Spionageeinrichtung auf dem Dach der US-Botschaft im Herzen der deutschen Hauptstadt. Und sie hören Hinhalteparolen und rhetorische Allgemeinplätze aus Washington über diesen gewaltigen internationalen Geheimdienstskandal.

Jüngstes Beispiel aus dem Phrasenfundus: „Die heutige Welt ist technisch stark miteinander verbunden, der Fluss von großen Datenmengen bisher einzigartig.“ Das sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, in einer Reaktion auf Berichte, nach denen Obama nichts von den Spähangriffen auf 35 internationale Spitzenpolitiker wusste. Der entscheidende Satz ihrer E-Mail an die Presse war aber der letzte: „Ich werde keine Details über unsere internen Diskussion bekanntgeben.“ Das Weiße Haus verpasst sich selbst einen Maulkorb.

Obama selbst verliert kein Wort über die Affäre - bei öffentlichen Auftritten umschifft er das Thema. Selbst als er am Montag den neuen FBI-Direktor im Amt begrüßt und dabei über die „sich konstant ändernden Bedrohungen wie Terrorismus und Internetsicherheit“ spricht, kommt ihm die NSA nicht über die Lippen. Sein Sprecher Jay Carney referiert später minutenlang vor US-Reportern, wie die neue technische Welt auch eine ausgedehntere Geheimdienstarbeit notwendig macht. Die Frage, wie das Ausspähen des Handys der Bundeskanzlerin denn Terroranschläge verhindere, mochte er aber nicht beantworten.

Vieles von dem bleibt also im Dunklen, was die Obama-Regierung tut, um das Vertrauen zu ihren Partnern wieder herzustellen. „Wir sprechen bereits über diplomatische und geheimdienstliche Kanäle mit den Deutschen, Franzosen und Ländern rund um die Welt, wie Brasilien und Mexiko“, versichert Obamas stellvertretender Sicherheitsberater Ben Rhodes. Doch mit einem öffentlichen Eingeständnis von Schuld oder einer formellen Entschuldigung des Präsidenten sollte niemand rechnen. Denn Obama ist wegen der Affäre innenpolitisch nicht unter Druck. Es gibt viele Unterstützer für die NSA-Taktik.

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  • The Nation of the Brave hat hier wohl ihr wahres Gesicht gzeigt. Und in welch rüpelhafter Weise sich einige Politiker in den USA zu Wort melden, zeugt von dem noch immer vorherrschenden überheblichen Hegemonie-Anspruch.
    Es ist unverständlich, wsarum in Berlin beim Wissen um die Abhörversuche aus der US Botschaft nicht längst Störmöglichkeiten installiert wurden bzw. werden, damit diesem Treiben ein Ende bereitet wird. Wie moralisch kaputt die USA sind, zeigte sich spätestens seit G.W.Bush und Donald Rumsfeld. Diese Art von Selbstherrlichkeit sollte schnell zum ÄErliegen gebracht werden.

  • Da hat Max Boot schon recht, mit seiner Aussage, werdet endlich Erwachsen. was denkt ihr den was die Russen oder die Chinesen machen, mit ihrem Geheimdienst. Die Amerikaner haben sich einfach erwischen lassen und stehen jetzt mit herunter gelassener Hose da. In einer Sache kann ich die Amerikaner verstehen, wenn ich das Politische Theater in Italien sehe, müsste ich auch wissen woran ich bin, mit den Europäer. Den wenn man Weltpolitik betreiben will, langt Provinzpolitik nicht, wenn man auf gleicher Augenhöhe sein will.

  • "„Der Präsident sollte aufhören, sich zu entschuldigen und defensiv zu sein“, meint der republikanische Abgeordnete Peter King, einer der führenden US- Sicherheitspolitiker. „Die Wahrheit ist, dass die NSA Tausende Leben gerettet hat, nicht nur in den USA, sondern in Frankreich, Deutschland und ganz Europa.“"

    Alles klar und diese Leben wurden gerettet, weil man Merkels Handy abgehört hat! Das Problem der Amerikaner ist das, was es schon immer war: sie messen mit zweierlei Maß und sie sind eben nicht nur überparteilicher Anwalt von edelsten Menschheitsinteressen sondern auch ein rechthaberisch- egomanisch-eigennütziger Südstaatenpatriarch, der nicht wahrhaben will, dass er Gleicher unter Gleichen ist. Aber Hochmut kommt vor dem Fall.

    Warten wir mal ab, wie sich der Goldpreis entwickelt. Wenn es so weiter geht und die Herren des Papieres ihre Macht verlieren, bricht er dem Dollar das Genick und damit dem Hebel, mit dem die Amis sich ihren Übermut von der Welt finanzieren lassen. Ob wir dann wirklich in einer besseren Welt leben, wer weiss. Besser wäre es, Amerika käme zur Vernunft und wieder auf den Boden.

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