Westafrika
Ansturm bei Präsidentenwahl in Mali

Kritik und Angst bestimmten den Vorlauf der Wahlen: Aber das Land hat bewiesen, dass es reif für eine demokratische Zukunft ist. Die Menschen strömten zu den Urnen. Soldaten sorgten für einen friedlichen Wahltag.
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BamakoNach fast eineinhalb Jahren Chaos und Konflikten nehmen die Menschen in Mali ihre Zukunft wieder selbst in die Hand: Bei der Präsidentenwahl am Sonntag gab es in dem westafrikanischen Krisenland einen großen Ansturm auf die Urnen. Viele kamen schon Stunden vor der Öffnung zu den Wahllokalen, um möglichst früh ihre Stimme abzugeben. Der Präsident der Nationalversammlung, Younoussi Toure, bezeichnete die Wahl als „Festtag für Demokratie, Frieden, Stabilität und Entwicklung“.

Insgesamt 27 Kandidaten bewarben sich um das höchste Staatsamt, darunter auch eine Frau. Als Favoriten gelten der politische Veteran Ibrahim Boubacar Keita (68) und der frühere Finanzminister Soumaila Cissé (63). Rund 6,8 Millionen Wähler waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Das Ergebnis soll vermutlich am kommenden Freitag vorliegen. Erreicht keiner die absolute Mehrheit, wird am 11. August eine Stichwahl abgehalten.

Fast nirgendwo kam es zu größeren Zwischenfällen. Kritik gab es aber unter anderem an den neuen biometrischen Stimmzetteln. Sie seien für Teile der Bevölkerung nur schwer verständlich, sagte etwa der Wähler Bakary Touré: „Wir haben hier 90 Prozent Analphabeten, und für die ist das ein schlechtes System. Die Leute werden bei der Wahl Fehler machen.“

Die Abstimmung soll eine Rückkehr zu demokratischer Normalität einleiten. Im Januar hatten französische Truppen mit malischer Unterstützung die Gewaltherrschaft islamistischer und separatistischer Rebellen in Nordmali beendet. Auch am Sonntag waren Tausende Soldaten der UN-Truppe Afisma und französische Streitkräfte im Einsatz, um die Sicherheit der Menschen zu garantieren. Noch am Samstag hatten Rebellen der „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“ (Mujao) mit Angriffen auf Wahllokale im Norden gedroht. Sie forderten die Muslime auf, den Urnen fernzubleiben.

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„Riesige Aufgabe“ für den neuen Präsidenten

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