Westafrika
Guinea-Bissau: Militär erschießt Präsidenten

Das Militär in Guinea-Bissau hat den Präsidenten des westafrikanischen Kleinstaates getötet und die Macht an sich gerissen. Wie portugiesische Medien unter Berufung auf die Streitkräfte und auf die bisherige Regierung in Bissau berichteten, griffen Militärs in den frühen Morgenstunden des Montags die Residenz von Staatschef João Bernardo Vieira im Stadtzentrum an.

HB BISSAU. Der Präsident habe flüchten wollen und sei dabei erschossen worden. „Nino“ Vieira wurde den Angaben zufolge für den Mordanschlag auf Generalstabschef Batista Tagme Na Wai verantwortlich gemacht. Tagme Na Wai war erst am Sonntag bei einem Bombenattentat auf das Hauptquartier der Streitkräfte getötet worden.

Der Sprecher der Streitkräfte, Zamura Induta, erklärte, Vieira sei „einer der Hauptverantwortlichen für den Tod von Tagme“ gewesen. Das Land werde nun „vorwärtskommen, dieser Mann (der Präsident) hat alles blockiert in diesem kleinen Staat“, meinte Induta. Ein Augenzeuge sagte der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa, er habe den leblosen Körper von Vieira in der Residenz gesehen. Die Streitkräfte hätten nach dem Mord das Haus von Vieira geplündert.

Die portugiesische Regierung verurteilte beide Anschläge scharf. Die frühere Kolonialmacht rief in Lissabon dazu auf, die verfassungsmäßige Ordnung zu respektieren. Bei dem Anschlag auf General Na Wai wurden Medienangaben zufolge fünf Menschen verletzt. Zwei schwebten in Lebensgefahr, wie es hieß. Guinea-Bissau wird seit Jahren von Konflikten zwischen rivalisierenden Gruppen erschüttert. Dabei soll der Drogenhandel eine große Rolle spielen.

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