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07.08.2008 

Die Sechs hatten dem Iran vorgeschlagen, er solle sein umstrittenes Atomprogramm für sechs Wochen aussetzen. Im Gegenzug wollten die USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ebenfalls sechs Wochen auf weitere Sanktionen gegen die Führung in Teheran verzichten, um eine umfassende Verhandlungslösung zu suchen. Iran ging auf dieses Angebot jedoch nicht ein.

In seinem Brief an Solana stellte Iran zwar eine „klare Antwort“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Aussicht. Zugleich wurde aber auch eine „klare Antwort“ der Sechs auf seine eigenen Fragen und Zweifel verlangt. Dies müsse gleichzeitig geschehen, forderte Teheran. Irans Antwort sei lediglich eine Seite lang gewesen und habe nur bekannte Positionen vertreten, erklärte ein ranghoher US-Diplomat. Iran bekräftige darin seinen Anspruch auf ein ziviles Atomprogramm, gehe aber nicht auf die Forderungen des Westens ein.

Vor Schwäche gegenüber Iran warnt Gregory Schulte, US-Botschafter bei der Internationalen Energiebehörde in Wien. Wenn die Iraner eine Atombombe wollen, könnten sie rasch eine bauen, meint Schulte. Die Arbeiten am nuklearen Waffenprogramm wurden zwar vor fünf Jahren eingestellt. Doch sie könnten rasch wieder lanciert werden, so Schulte.

Die iranische Verhandlungsstrategie beschreibt der Botschafter als „mäandernden Diskurs“. Die Iraner würden oft versuchen, Verhandlungen zu missbrauchen, um Zeit zu gewinnen. Ein nuklear aufgerüsteter Iran wäre laut Schulte gefährlich für die Region. Die islamische Republik unterstütze nicht nur Terrororganisationen, sondern habe auch regionale Ambitionen, die bei seinen Nachbarn Ängste schüren: „Der Besitz einer Atombombe würde das Land in eine massiv gesteigerte Machtposition versetzen.“

Die atomare Aufrüstung des Iran würde zu einem nuklearen Wettrüsten im Nahen Osten führen, befürchtet Schulte. Die iranische Atomkrise werde auch den nächsten Präsidenten beschäftigen. Die USA wollten verhindern, dass sich Teheran bis zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten im Januar 2009 in vermeintlicher Sicherheit wähne.

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