Westen setzt Sanktionspolitik fort
Wirtschaft fürchtet Einbruch der Russland-Exporte

EU und USA setzen weiter auf Sanktionen gegen Russland. Außenminister Lawrow warnt vor einer langfristigen Verschlechterung der Beziehungen. Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft fürchtet den schwachen Rubel.
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BerlinDer Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, geht von einem weiteren Rückgang der Exporte nach Russland infolge der russischen Wirtschaftskrise aus. „Ich erwarte, dass die Exporte bis Jahresende 2014 um 20 Prozent zurückgehen“, sagte Cordes im Deutschlandfunk. Bereits im Herbst habe das Minus bei 17 bis 18 Prozent gelegen. „Und wenn dieser schwache Rubelkurs anhält und die wirtschaftliche Entwicklung nicht hochkommt – und davon müssen wir ausgehen – wird sich das im nächsten Jahr auch nicht verbessern“, sagte Cordes.

Nach Zahlen des Statistisches Bundesamtes hatten die deutschen Ausfuhren nach Russland in den ersten acht Monaten des Jahres einen Wert von 20,3 Milliarden Euro erreicht – das war ein Minus von 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Cordes warnte vor einer weiteren Verschärfung der westlichen Sanktionen. „Die Sanktionen werden nach meiner Überzeugung auch mittelfristig keinen wirklichen Effekt haben im Sinne der erwünschten Zielsetzung“, sagte er.

In Brüssel halten Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten wollen an Strafmaßnahmen festhalten. Die EU setzte am Donnerstag eine neue Sanktionsrunde um. Die Ukraine und der Westen werfen Moskau vor, die ostukrainischen Rebellen gegen Kiew militärisch zu unterstützen. Die russische Regierung bestreitet das. Seit Beginn des Konflikts im April wurden mehr als 4700 Menschen getötet.

In den USA unterzeichnete unterdessen Präsident Barack Obama ein vom US-Kongress beschlossenes Gesetz, das ihn dazu befugt, in der Ukraine-Krise weitere Strafmaßnahmen unter anderem gegen den russischen Rüstungssektor zu verhängen. Er betonte aber zugleich, dass er vorerst keine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland plant. Die Unterzeichnung bedeute zunächst „keine Änderungen in der Sanktionspolitik der Regierung“, erklärte der Präsident.

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  • Das hat man doch vorhr gewußt. Aber große Teile unserer Wirtschaftsbosse haben dieser IM Erika doch nach dem Mund geredet.
    Ich bin zynisch, ich hoffe, es bricht hier alles zusammen und wir können all diese Politiker, die ganz bewußt Deutschland zerstören, vor Gericht stellen
    Deutschland braucht dringend einen Neuanfang und zwar ohne die ganzen alten DDR-Kader

  • Lesen sie einfach den Beitrag unter dem sie posten !!!

  • @ Herr Manfred Kluge

    >> Lesen bildet also - nicht nur die Artikel des "Handelsblatt >>

    Lesen bildet nicht, sondern informiert. Bilden tut Sie ihr Verstand !

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