Westerwelle besucht Bengasi
Deutschland solidarisiert sich mit lybischen Rebellen

Am Krieg gegen das Gaddafi-Regime beteiligt sich Deutschland nicht. Den politischen Umbruch will die Bundesregierung aber nach Kräften unterstützen. Ein klares Zeichen der Solidarität mit den Rebellen haben jetzt die Minister Westerwelle und Niebel gesetzt.
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BengasiDeutschland hat den Übergangsrat der libyschen Rebellen offiziell als Vertretung des Volkes anerkannt. Außenminister Guido Westerwelle sagte am Montag bei einem Überraschungsbesuch in der Stadt Benghasi, ein Libyen ohne Machthaber Muammar Gaddafi sei das gemeinsame Ziel. Der Rebellenrat vertrete das libysche Volk. Bei dem Besuch, an dem auch Entwicklungsminister Dirk Niebel teilnahm, wurde das vor kurzem eingerichtete deutsche Verbindungsbüro eröffnet.

Der stellvertretende Vorsitzende des Übergangsrats, Abdel Hafis Ghoga, zeigte sich nach einem Gespräch mit Westerwelle hoch zufrieden. „Das ist ein sehr großer Schritt, und wir wissen das zu schätzen“, sagte er über die Anerkennung. Unterdessen gingen die Kämpfe zwischen den Rebellen und den Regierungstruppen weiter.

Deutschland ist nach den Worten Westerwelles ein Freund und Partner der demokratischen Kräfte in Libyen. „Wir werden den Nationalen Übergangsrat beim Aufbau eines demokratischen und rechtsstaatlichen Libyens nach besten Kräften unterstützen.“ Er und Niebel sagten insgesamt bis zu acht Millionen Euro an weiteren Hilfen zu. Deutschland hat für die unter dem Bürgerkrieg leidende Bevölkerung bislang 7,5 Millionen Euro humanitäre Hilfe geleistet.

Die Rebellen beherrschen vor allem den Osten des Landes. Der Übergangsrat wird bereits von Frankreich, Italien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt. Deutschland hielt sich in dem Konflikt bislang zurück und beteiligt sich wie der Mehrheit der Nato-Staaten nicht an den Bombenangriffen des Militärbündnisses auf Ziele in dem nordafrikanischen Staat. Die Nato will nach eigenem Bekunden die libysche Zivilbevölkerung schützen. Libyen bestreitet, Zivilisten anzugreifen.

Bei ihren Kämpfen gegen die Regierungstruppen kommen die Rebellen trotz der monatelangen Nato-Angriffe nur langsam voran. So wurden sie nach eigenen Angaben bei einem Gefecht um die Ölstadt Brega zurückgedrängt. Dabei seien vier Kämpfer ums Leben gekommen. Brega liegt etwa 200 Kilometer südlich von Benghasi an der Mittelmeerküste. Auch im Westen des Landes kämpfen Rebellen gegen die Gaddafi-Truppen. Nach Darstellung der Opposition kamen am Sonntag beim Beschuss der von Rebellen beherrschten Stadt Sintan durch Gaddafi-Truppen neun Menschen ums Leben. Es seien Artillerie und Raketen eingesetzt worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Westerwelle besucht Bengasi: Deutschland solidarisiert sich mit lybischen Rebellen"

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  • Eine Homo-Welle werden die Lybier nicht brauchen,etwas besseres,als die was gekämpft haben,hat Deutschland nicht, ausser vielleicht Homo-Polizei Ausbilder.

  • Wisst ihr welches Bild ich kaum noch in euren Medien sehe ?

    Das Bild aus den 70´ern mit dem Pferdegespann vor dem bulli. Ich wüsste gerne wie das aussieht, mit dem neuen bulli.


    http://www.manager-magazin.de/img/0,1020,1361325,00.jpg

  • Wieso Deutschland ? Für mich sind die Rebellen ein Haufen Islamisten und damit soldarisiere ich mich nicht.

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