Westjordanland
Fatah von Abbas steuert auf erwarteten Wahlsieg zu

Es war der erste Urnengang in dem Palästinensergebiet seit sechs Jahren: Bei den Wahlen im Westjordanland scheint vorläufigen Ergebnissen zufolge wie erwartet die Fatah von Palästinenserpräsident Abbas gesiegt zu haben.
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RamallahBei den ersten Wahlen im Westjordanland seit sechs Jahren ist die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach vorläufigen Ergebnissen erwartungsgemäß auf einen Sieg zugesteuert. Allein die von der Fatah unterstützte Liste "Wachstum und Unabhängigkeit" habe bei der Kommunalwahl 440 der 1051 Sitze erhalten, berichtete die Zentrale Wahlkommission am Sonntagabend unter Berufung auf erste Resultate aus den Gemeinden. Nicht eingerechnet sind dabei Listen, die der Fatah nahestehen. Endgültige Ergebnisse werden bis Dienstag erwartet.

Es war die erste Abstimmung in dem Palästinensergebiet seit der Parlamentswahl 2006 und die erste Kommunalwahl seit 2005. Die Wahl hatte dabei nur in 93 der 353 Gemeinden stattgefunden, weil in 179 Kommunen jeweils nur eine Liste antrat und die Sitze daher bereits besetzt wurden. In den übrigen Gemeinden soll wegen Kandidatenmangels zu einem späteren Zeitpunkt gewählt werden. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission bei 54,8 Prozent.

Nur wenige Stunden nach der Schließung der Wahllokale am Samstag hatte sich die Fatah schon zum Sieger erklärt. "Wir betrachten den Sieg als ein wichtiges Volksreferendum über das politische Programm der Bewegung und ihrer landesweiten Leistung", erklärte Fatah-Sprecher Ahmed Assaf. Anhänger der Fatah feierten bereits den Wahlsieg und gingen etwa in Hebron im Westjordanland auf die Straßen. Das Carter-Zentrum, das die Wahl beobachtete, kritisierte jedoch "fehlenden politischen Pluralismus und einen beschränkten Wettbewerb".

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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