Westjordanland
Jüdische Siedler bitten selbst um Evakuierung

Verkehrte Welt im Westjordanland: Die Bewohner einer jüdischen Siedlung im Westjordanland streben von selbst deren Evakuierung an. Wenige Tage zuvor hatten andere Bewohner noch heftig gegen den Abzug aus den Gebieten protestiert.

HB TEL AVIV. Der Siedler Elieze Weider sagte am Dienstag im israelischen Radio, dass 80 Prozent der Bewohner von Tene Oranim, einer kleinen Siedlung in den Bergen südlich von Hebron, ein Schreiben an Ministerpräsident Ariel Scharon unterzeichnet haben, in dem sie Entschädigungszahlungen beantragten.

Derartige Entschädigungen stehen den rund 8000 Siedlern zu, die ihre Kommunen aufgeben mussten, als Israel in der vergangenen Woche 25 Siedlungen im Gazastreifen und im Westjordanland räumte. Tene Oranim war in die historische erste Räumung israelischer Siedlungen auf palästinensischem Gebiet nicht einbezogen gewesen. Die 85 Familien leben aber auf Land, das jenseits des Sperrwalls liegt, den Israel derzeit im Westjordanland errichtet, um das Einsickern militanter Palästinenser zu verhindern.

Die Bewohner von Tene Oranim fühlten sich deshalb „isoliert“ und „ohne Zukunft“, sagte Weider. 25 Häuser würden bereits leer stehen. Wer weggehen will, finde wegen der prekären Sicherheitslage keine Käufer für seine zurückgelassene Immobilie.

Scharon hatte am Montagabend erklärt, dass Israel weitere Siedlungen im Westjordanland aufgeben könnte. Zugleich ist der israelische Regierungschef entschlossen, an den großen Siedlungsblöcken festzuhalten. Die israelische Sperranlage schließt diese ein und schneidet deshalb stellenweise tief ins palästinensische Gebiet ein.

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