Westjordanland
Neuer Ärger um Wohnungsbau Israels

Vor vier Tagen gab die Regierung grünes Licht für den Bau von 1600 Wohnungen im Westjordanland. Jetzt erzürnt sie die Palästinenser erneut: Im Westjordanland soll die Siedlung Ariel deutlich erweitert werden.
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JerusalemIsrael hat ungeachtet internationaler Kritik abermals den Bau neuer Wohnungen für Siedler in besetzten Palästinensergebieten genehmigt. 277 weitere Wohnungen würden in Ariel im Westjordanland gebaut, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Nur vier Tage zuvor hatte die israelische Regierung endgültig grünes Licht für den Bau 1600 neuer Wohnungen in Ost-Jerusalem gegeben, wofür sie aus den USA und Europa Kritik erntete.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bereits erklärt, dass Ariel auf jeden Fall auch nach einem Friedensabkommen mit den Palästinensern als einer der größeren Siedlungsblöcke dem israelischen Staatsgebiet angehören solle. Israel strebt als Teil einer Friedenslösung den Tausch von Gebieten mit den Palästinensern an. Ein Sprecher von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas verurteilte die jüngste Ankündigung. Einmal mehr habe Israel einen guten Grund geliefert, dass die Palästinenser sich bei den Vereinten Nationen um die Aufnahme eines eigenen Staats bemühten.

Der Friedensprozess zwischen beiden Seiten liegt seit fast einem Jahr auf Eis, nachdem die Palästinenser wegen der ungeklärten Siedlerfrage den Verhandlungstisch verließen. In Ariel leben etwa 18.000 Menschen, es ist eine der größten Siedlungen Israels im Westjordanland, das es 1967 erobert hatte. Der Bürgermeister von Ariel, Ron Nachman, sagte, die neuen Wohnungen würden voraussichtlich binnen drei Jahren fertiggestellt. Es sei das größte Wohnungsbauprojekt in dem Ort seit Jahren. Insgesamt leben etwa 500.000 Juden und 2,5 Millionen Palästinenser im Westjordanland und in Ost-Jerusalem.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Westjordanland: Neuer Ärger um Wohnungsbau Israels"

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  • Das findet man leider auch in Europa viel zu häufig.

    Denken sie an die „Benis Dekrete“.

  • ob das an der Region liegt, dass man das Völker- und die Menschenrechte mit Füßen tritt?.

    Der eine kümmert sich einen feuchten Staub um Völkerrecht und Grenzen.

    Der andere schießt mit Panzer auf sein Volk.

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