Westjordanland
Scharon will weitere Siedlungen räumen

Israels Präsident Ariel Scharon hat eine Woche nach der Räumung von 25 jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten die Evakuierung weiterer Siedlungen im Westjordanland nicht aus. Am Montagabend sagte er im Fernsehsender Channel 10: „Nicht alle Siedlungen, die sich heute in Judäa und Samaria befinden, werden unter israelischer Kontrollen bleiben.“

HB JERUSALEM. Judäa und Samaria sind die biblischen Namen für das südliche und nördliche Westjordanland. Eine abschließende Übersicht über Grenzen und Siedlungen werde erst in der letzten Phase der Verhandlungen mit den Palästinensern erörtert werden. Wann es zu einer möglichen weiteren Räumung von Siedlungen kommen könnte, sagte Scharon jedoch nicht.

Am Mittwoch hatte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums erklärt, Israel sei zu weiteren Zugeständnisse im Westjordanland bereit. Israel hatte die Räumung von 21 Siedlungen im Gazastreifen sowie vier weiteren im Westjordanland am Dienstag abgeschlossen. Die Palästinenser fordern den Gazastreifen und das gesamte Westjordanland als Gebiet ihres künftigen unabhängigen Staates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Um die künftige Sicherheitslage im Gazastreifen ging es am Montagabend bei einem Treffen von EU-Chefdiplomat Javier Solana mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Abbas lobte nach dem Treffen die politische und wirtschaftliche Rolle der Europäischen Union im Nahost-Friedensprozess. Nach der israelischen Räumung der Siedlungen brauchten die Palästinenser die EU dringend an ihrer Seite, sagte Addas.

Nach dem palästinensischen Selbstmordanschlag von Beerschewa bemühte sich der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman in Gaza bei Vermittlungsgesprächen mit der Palästinenserführung und Repräsentanten der radikalen Oppositionsgruppen um eine Aufrechterhaltung der Waffenruhe.

Die radikalen Palästinensergruppen Islamischer Dschihad und Al- Aksa-Brigaden bekannten sich in einer gemeinsamen Erklärung zu dem Anschlag auf den Busbahnhof in Beerschewa, bei dem am Sonntag mehr als 50 Israelis verletzt worden waren. Die Palästinenser seien der Waffenruhe weiter verpflichtet, betonte Ministerpräsident Ahmed Kureia nach einem Gespräch mit Suleiman. Im Zentrum der Gespräche stand auch die Übernahme der Grenzkontrollen durch Ägypten nach dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen in zwei Wochen. Israel hatte die Stationierung von 750 ägyptischen Polizisten an der Grenzlinie am Sonntag gebilligt. Der israelische Außenminister Silvan Schalom bekräftigte Israels Recht auf Vergeltung bei Terroranschlägen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%