WestLB und BayernLB EU schießt sich auf Landesbanken ein

Nach dem Überraschungscoup von WestLB und BayernLB wächst die Skepsis: Nicht nur Wettbewerbshüter haben Bedenken, ob die beiden angeschlagenen Landesbanken gemeinsam eine Zukunft haben. Die EU meldet schon jetzt Bedenken an.
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Der geplante Zusammenschluss der West LB mit der Bayern LB wird von der EU skeptisch gesehen. Quelle: dpa

Der geplante Zusammenschluss der West LB mit der Bayern LB wird von der EU skeptisch gesehen.

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HB MÜNCHEN/DÜSSELDORF./BRÜSSEL Die Fusionspläne der angeschlagenen Landesbanken WestLB und BayernLB stoßen bei der EU- Kommission auf Bedenken. „Angesichts der Tatsache, dass beide Banken sich in einem Restrukturierungsprozess befinden, führt eine Fusion nicht automatisch zur Wiederherstellung ihrer langfristigen Lebensfähigkeit“, warnte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Dienstag. Entscheidend sei, dass die Institute langfristig auf eigenen Beinen stehen könnten, Lasten fair verteilt würden und der Wettbewerb so wenig wie nötig eingeschränkt werde. Die Bankvorstände drücken bei der Fusionsprüfung aufs Tempo.

Bereits seit Monaten prüft die Kommission die Umbaupläne der beiden Landesbanken, die von der Finanzkrise schwer getroffen wurden.

Beide Landesbanken hatten milliardenschwere Garantien und Finanzspritzen vom Staat erhalten. Während die WestLB ihre Auflagen von den Brüsseler Wettbewerbshüter erhalten hat, wartet die BayernLB noch darauf. Die WestLB muss um die Hälfte verkleinert und bis Ende kommenden Jahres mehrheitlich verkauft werden. Alternativ ist eine Landesbankenfusion möglich.

WestLB und BayernLB hatten am Montag überraschend mitgeteilt, dass sie eine Fusion prüfen wollen. Bis zum Jahresende wollen sie Möglichkeiten für eine gemeinsame Universalbank ausloten. Damit kommt Bewegung in den Landesbanken-Sektor, für den seit Jahren eine Neuordnung angemahnt wird. Die Buchprüfung werde bei WestLB und BayernLB schon bald beginnen, hieß es am Dienstag in Finanzkreisen.

BayernLB-Chef Gerd Häusler und WestLB-Chef Dietrich Voigtländer sprächen bereits seit Wochen und relativ konkret über Möglichkeiten für einen Zusammenschluss. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch) sagte Voigtländer, innerhalb von 24 Monaten müssten 25 Prozent der gemeinsamen Kosten eingespart werden. Voigtländer habe nicht ausgeschlossen, dass der Hauptsitz der neuen Bank München sein wird.

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