Wettbewerbs-Ranking
Deutschland fällt zurück

Die Bundesrepublik zählt nicht länger zu den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt. Deutschland rutscht in einer Rangliste auf den zwölften Platz ab. Wie die Schweizer Forscher die Verschlechterung begründen.

LausanneDer Standort Deutschland gehört einer Studie zufolge nicht mehr zu den zehn wettbewerbsfähigsten der Welt. In der Rangliste der Schweizer Business School IMD rutschte er vom zehnten auf den zwölften Platz ab. „Dafür sorgten vor allem eine schlechtere Bewertung der Regierung und der Wirtschaftsleistung“, sagte IMD-Direktor Arturo Bris am Montag zu der Studie, die auf einer Befragung von weltweit mehr als 5400 Managern und der Auswertung von 342 Kriterien wie Infrastruktur und Effektivität der Behörden fußt.

2014 hatte die Bundesrepublik auf der seit 1989 erstellten Rangliste noch auf dem sechsten Platz gelegen. „Die größte Gefahr für Deutschland ist Selbstzufriedenheit“, sagte Bris. „Wenn es die ablegt, kommt es wieder unter die Top-Ten.“

Die Führungskräfte schätzen die Effizienz der öffentlichen Verwaltung in der Bundesrepublik etwas schlechter ein als in den Vorjahren. Vergleichsweise schwach schneidet Deutschland in der Steuerpolitik ab, wo es nur auf dem 52. Platz belegt. Pluspunkte sammelt der Standort dagegen mit seinen qualifizierten Arbeitnehmern, einer verlässlichen Infrastruktur sowie politischen Stabilität.

Spitzenreiter der 61 untersuchten Länder ist diesmal Hongkong – vor allem wegen der niedrigen, einfachen Besteuerung und kaum vorhandenen Behinderungen beim Kapitalverkehr. Platz zwei belegt die Schweiz, deren Fokus auf qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen sich hier auszahlt.

Auf dem dritten Rang finden sich die USA wieder, die in den vergangenen drei Jahren noch den Spitzenplatz belegten. „Die USA verfügen immer noch über die beste wirtschaftliche Leistung der Welt", sagte Bris. Dahinter folgen Singapur, Schweden, Dänemark, Irland, die Niederlande, Norwegen und Kanada. „Die besten 20 Länder haben gemein, dass ihr Fokus auf eine wirtschaftsfreundliche Regierung sowie eine gute Infrastruktur ausgerichtet ist“, sagte Bris.

Vor Deutschland liegen in Europa noch Länder wie Schweden, Dänemark, Niederlande, Irland und Norwegen. Stark aufgeholt haben Lettland (37.), die Slowakei (40.) und Slowenien (43.). Die Länder unter den Top 20 legten alle großen Wert auf unternehmerfreundliche Regulierungen, gute Infrastruktur und effiziente Institutionen, sagte Bris. „Diese Qualitäten werden zunehmend in Osteuropa anerkannt.“ Tschechien (27.) sei dort die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft.

Die Studie zeigt auch einen Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit in Asien. Mit Ausnahme von Hongkong und Singapur hätten Länder wie Taiwan, Malaysia, Südkorea und Indonesien Plätze eingebüßt. In Südamerika sei allein Chile ein Land mit recht guter Wettbewerbsfähigkeit (36.).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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