Wettbewerbsfähigkeit sinkt
Ökonomen zweifeln an Jobplänen Spaniens

Die Beschäftigungsziele des spanischen Premiers José Luís Rodríguez Zapatero sind ambitioniert: 700 000 neue Arbeitsplätze sollen alleine in diesem Jahr in Spanien geschaffen werden. Unter Ökonomen werfen die Ziele des Premiers allerdings Fragen auf.

MADRID. Heute soll das Parlament die dazu notwendigen Arbeitsmarktreformen absegnen (siehe „Die Reformidee des Premiers“). Unter Ökonomen werfen die Ziele des Premiers allerdings Fragen auf.

Im vergangenen Jahr konnte sich Spanien noch damit schmücken, dass 60 Prozent der neuen Stellen, die in der EU geschaffen wurden, auf sie entfielen. Die Arbeitslosigkeit konnte 2005 auf rund neun Prozent gesenkt werden. Aber: Ein Drittel der neuen Jobs sind zeitlich befristete Arbeitsverträge. Und die Jobmotoren von 2005 dürften 2006 wegfallen. Denn zu verdanken war das Jobwachstum unter anderem dem Schritt, massiv illegale ausländische Schwarzarbeiter zu regulieren. Zudem boomten sowohl der Bau als auch der Konsum – damit rechnen Volkswirte für 2006 nicht mehr.

Auch Zapatero gibt zu, dass die Erfolgsgaranten von 2005 schwinden: „Unser Wachstum wird und muss künftig woanders herkommen.“ Woher genau, erklärt er nicht. Der größte spanische Unternehmerverband CEOE kritisiert zudem, dass die Regierung noch zu wenig Augenmerk auf Ausbildung und Forschung lege. Wirtschaftsminister Pedro Solbes kontert: „Die Firmen müssen endlich selber ihren Beitrag leisten.“

Tatsächlich ist die Bereitschaft der Privatwirtschaft Spaniens, Geld in Innovation und Ausbildung zu stecken, mit die niedrigste in Europa. Die regierenden Sozialisten haben sich verpflichtet, bis 2010 zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Forschung und Entwicklung zu investieren. Damit läge das Land immer noch unter dem EU-Durchschnitt von 2,7 Prozent. „Aber wir wären schon ein bisschen weiter“, sagt Solbes. Der Staatshaushalt soll nach den Planungen jährlich 25 Prozent mehr beisteuern, der Rest müsse von den Unternehmen kommen.

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