„Wettrüsten“ mit USA

Putin stockt Atom-Arsenal auf

Die USA wollen schweres Militärgerät nach Osteuropa und ins Baltikum verlegen. Russland fühlt sich von der verstärkten Militärpräsenz bedroht und zu einem Wettrüsten gezwungen. Nun zieht Präsident Wladimir Putin nach.
Update: 17.06.2015 - 06:38 Uhr 39 Kommentare
Russlands Präsident will 40 Interkontinental-Raketen beschaffen lassen, die auch die technisch fortschrittlichsten Flugabwehrsysteme überwinden können. Quelle: AFP
Wladimir Putin

Russlands Präsident will 40 Interkontinental-Raketen beschaffen lassen, die auch die technisch fortschrittlichsten Flugabwehrsysteme überwinden können.

(Foto: AFP)

KubinkaRussland wird sein Atom-Arsenal in diesem Jahr nach den Worten von Präsident Wladimir Putin um mehr als 40 Interkontinental-Raketen aufstocken. Sie seien könnten auch die modernsten Flugabwehrsysteme überwinden, sagte Putin am Dienstag auf einer Militärmesse im russischen Kubinka. Der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow warf der Nato der Nachrichtenagentur RIA zufolge vor, Russland zu einem neuen Wettrüsten zu zwingen.

Am Montag hatte Russland wegen der geplanten Verstärkung der amerikanischen Militärpräsenz in Osteuropa mit erheblichen Konsequenzen gedroht. Zuvor war bekanntgeworden, dass die USA erwägen, schweres Militärgerät in mehrere Länder Osteuropas und des Baltikums zu verlegen. Ziel sei es, Russland von einer Aggression in Europa abzuschrecken.

Polen und Litauen bestätigten, dass es mit der US-Regierung Gespräche über die Stationierung schwerer Waffen in ihren Ländern gibt. Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak erklärte, er erwarte eine US-Entscheidung in den kommenden Wochen. Die osteuropäischen Staaten fühlen sich angesichts der Ukraine-Krise von Russland bedroht und wünschen sich zur Abschreckung eine wesentlich stärkere Nato-Präsenz.

US-Außenminister John Kerry hat angesichts des von Russland angekündigten Ausbaus seines Atomwaffenarsenals vor einem Rückfall in den Kalten Krieg gewarnt. „Ich denke, niemand will eine Rückkehr zu einem Zustand wie im Kalten Krieg“, sagte er.

Putin spielt, Putin trifft, alle jubeln
Tradition verpflichtet
1 von 30

Bei der alljährlichen Gala der „Night Ice Hockey League“ wagte sich der russische Präsident auch 2017 wieder auf das Eis in Sotschi. Dabei machte er eine durchaus athletische Figur.

Erfolgreiches Team
2 von 30

Zusammen mit anderen russischen Politikern und Sportlern spielte Putin in einem Team – und das recht erfolgreich.

Höchste Konzentration
3 von 30

Sieben Mal beförderte der Präsident den Puck in das Tor der Gegner. In diesem Moment steht er noch senkrecht auf dem Eis...

Auf dem Boden der Tatsachen
4 von 30

... doch Sekunden später liegt der Präsident am Boden. Ernsthaft verletzt hat sich Putin dabei aber nicht.

Auf Erfolgskurs
5 von 30

Schon kurze Zeit später trifft Putin erneut ins Tor der Gegner. Traditionell läuft der Präsident bei den Eishockey-Spielen mit Trikotnummer 11 auf.

Lieblingssport
6 von 30

Bereits 2014 stand der mittlerweile 64-jährige Staatschef für die „Night Ice Hockey Liga“ auf dem Platz. Eishockey zählt zu den Lieblingssportarten des Präsidenten.

Das Allstar-Team
7 von 30

Auch dem Show-Spiel, das parallel zur Eishockey-Weltmeisterschaft stattfand, landete Putin einige Treffer für sein Team.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die russische Nuklear-Aufrüstung scharf kritisiert. „Das nukleare Säbelrasseln Russlands ist ungerechtfertigt, destabilisierend, und es ist gefährlich“, sagte Stoltenberg am Dienstag in Brüssel nach einem Besuch bei EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

Russland will angesichts wachsender Spannungen mit dem Westen sein Arsenal an Interkontinentalraketen ausbauen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Nach Angaben von Präsident Wladimir Putin sollen die Streitkräfte 2015 mindestens 40 neue Raketen erhalten.

Stoltenberg entgegnete weiter mit Blick auf die Rolle der westlichen Militärallianz: „Wir antworten.“ Die Nato erhöhe ihre Präsenz im östlichen Teil der Bündnisgebietes.

Beobachter befürchten ein neues Wettrüsten. Erst am Wochenende waren US-Pläne bekanntgeworden, schwere Kriegstechnik in osteuropäischen Nato-Staaten zu stationieren. Russland warnte anschließend vor einer militärischen Konfrontation in Europa. Die Pläne seien ein Verstoß gegen die Nato-Russland-Grundakte von 1997, kritisierte das Außenministerium in Moskau. Das Abkommen verbiete eine dauerhafte Präsenz von Kriegstechnik in osteuropäischen Staaten.

Der Zeitung „Bild“ (Mittwoch) sagte Stoltenberg, die Sicherheitslage habe sich verändert. Das in Polen stattfindende Nato-Manöver „Noble Jump“ sende „ein klares Signal, dass unser Bündnis bereit, willens und in der Lage ist, mit allen Herausforderungen fertig zu werden, die auf uns zukommen.“ Er betonte, die Nato strebe keine Konfrontation, sondern ein konstruktives Verhältnis zu Russland an. „Aber so ein Verhältnis muss darauf basieren, dass Grenzen, Regeln und Vereinbarungen respektiert werden.“

An „Noble Jump“ ist auch die Bundeswehr beteiligt. Ziel der Übung der neuen schnellen Eingreiftruppe der Nato ist es, neue Abläufe für den Ernstfall zu trainieren. Für Donnerstag ist eine Demonstration der Einsatzfähigkeit mit Gefechtsmunition geplant. Dazu werden unter anderen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Stoltenberg erwartet.

NATO vs. Russland: Zeitgleiche Groß-Manöver

Die neue Krisentruppe der Nato wird vor dem Hintergrund des Konflikts in der Ostukraine vor allem als Abschreckung gegen Russland aufgebaut. Sie soll im Kern eine rund 5000 Soldaten starke Landsstreitkräfte-Komponente umfassen. Als mögliche Einsatzorte der sogenannten Speerspitze gelten beispielsweise die Bündnisstaaten im Baltikum. Länder wie Litauen, Lettland und Estland fühlen sich besonders von der aktuellen russischen Politik bedroht.

Die Ukraine kündigte indes am Dienstagabend an, die umstrittene Blockade des Kriegsgebietes Donbass zu verschärfen. So dürften Lebensmittel, Medikamente und medizinische Güter nur noch bedingt in das von den prorussischen Separatisten kontrollierte Gebiet geliefert werden, teilte der Geheimdienst in Kiew mit. Die Behörde leitet die „Anti-Terror-Operation“ gegen die Aufständischen.

Beobachter warnen vor einer neuen Eskalation der Gewalt in der Ostukraine. Russland fordert ein Ende der Blockade des Donbass durch die prowestliche Führung in Kiew. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig Verstöße gegen den Friedensplan von Mitte Februar vor.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: „Wettrüsten“ mit USA - Putin stockt Atom-Arsenal auf

39 Kommentare zu "„Wettrüsten“ mit USA: Putin stockt Atom-Arsenal auf"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • zwei halbstarke Teenies vor der Eisdiele:
    A schubst B
    B tritt A auf den Fuss
    A wiederum beschimpft nun B
    B schimpft wüst zurück
    beide werden immer ausfälliger
    dann schlägt A den B
    B schlägt zurück
    und A brüllt nun lautstark: Boah, wir sind doch keine Neandertaler, wir müssen uns doch nicht prügeln.

    Nur, USA und Russland sind keine Teenies und Europa ist keine Eisdiele!

  • @ Herr Kurt Küttel

    Warum bietet man hier ein Forum einem Gehirnkastrierten XOXOL....?

  • Nicht nur in unserer Arbeitswelt rutschten wir fast ins 19. Jahrhundert, seit Rot/Grün !
    Von wegen, das 21. Jahrhundert ist für die Menschheit ein Schritt nach vorne.

    Ein Rückschritt und nichts anderes passiert in unserer lobbyabhängigen, geschmierten "Politik" und das ist eine europafreindliche Entwicklung für uns EU-Bürger !!!

    Wie das Beispiel Griechenland & Co zeigt, es sind die eigenen politischen Fehler die gemacht wurden in der deutschen Politik und anderen Geberländer.
    Die Aufnahme ungeeignete Euro-Mitglieder wurde ja damals euphorisch bejubelt !!!
    Und jetzt, soll die unschuldige Bevölkerung darunter leiden ! Asoziale, scheinheilige EU-Politik !

    Kranker, perverser Lobbyismus !

  • Die Schuldfrage
    -
    Es scheint wieder in Mode zu sein die eigene Schuld, das eigene Versagen Anderen in die Schuhe zu schieben. Und das Schlimme daran ist, viele Menschen glauben das auch noch (aber Anzahl abnehmend) !
    -
    Da steht Griechenland am Abgrund, pokert verzweifelt um finanzielle Hilfe, schiebt aber rotzfrech die Schuld am griechischen Desaster den Anderen zu. Und wie ist es im Verhältnis West-Ost ? Verdammt ähnlich.
    -
    Da rückt die Nato vertragswidrig immer weiter nach Osten vor, da stationieren die USA Atomraketen auf polnischem Boden vor Putins Haustür und wollen jetzt mit starken Kampfeinheiten und Panzern an die russische Grenze rücken.
    -
    Da Putin aber seine Hosen nicht mit der Beisszange anzieht, reagiert er mit seinen Waffen, mit Interkontinentalraketen. Da aber ist der Westen mächtig sauer. Und schuldig ist ? ............Putin !?!?!?

  • Der Kalte Krioeg ist doch schon voll im Gang un inszeniert von den USA !!
    -
    Was haben überhaupt Amis in Europa verloren???
    -
    Die USA haben immer über den eisernen Vorhang gelästert, hat schon jemand die Grenze USA-Mexiko z.B. bei Tihujana gesehen? Der eiserne Vorhang war ein Fenstervorhang dagegen.
    -
    Aber immer auf Andere zeigen

  • Glauben die Amis wirklich, die Menschen sind so blöd und verstehen nicht, wer hier der Kriegstreiber ist?
    -
    Erst gestern war die Meldung in den Nachrichten, dass die USA Raketen in Osteuropa stationieren will.
    -
    Dass Putin darauf jetzt antwortet ist ja wohl logisch, aber den ersten Eskalationsschritt haben wiedermal die Amis eingeleitet.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • USA Kriegstreiber Nr. 1
    -
    "Kerry warnt vor Rückfall in Kalten Krieg" Das ist doch der Witz des Tages. Wer hat den kalten Krieg den angekurbelt? Nur die USA, die jetzt ihre Wafffen so nah wie möglich an die russischen Grenzen setzen wollen.
    -
    Da sollen die Russen mal ihre Waffen mal in Sibiren, so nah wie möglich an Alaska stationieren und von dort ist es auch nicht so weit zu den USA. Und noch besser, Sprengköpfe nach Kuba. Dann laufen die Amis wieder Amok.
    -
    Die Amis benutzen uns und Europa dazu, ihre Interessen durchzusetzen und wir machen den Quatsch mit und akzeptieren, dass wir in der Politik und Wirtschaft unaufhörlich ausspioniert werden.
    -
    Alle Russen sind schlecht und die Amerikaner haben gottseidank die Indianer in Collorado etc. umgebracht und alle US-Kriegsbeteiligungen der Neuzeit waren natürlich rechtens u. richtig !?!?

  • Ausgerechnet USA...mit 45 Mio Arbeitslosen und 25 % der Bevölkerung sitzt im Gefängnissen (mehr als alle Länder der Welt).

  • Am Besten die USA ihre gesamte Streitkraft aus Europa ab!
    -
    Mit Abziehen meine ICH nicht ein Abziehbild, sondern die USA VERLASSEN den Kontinent EUROPA sowie andere Inselstaaten die von den USA besetzt werden seit mehr als 50 Jahren!!!!
    -
    Und dann hätte ich noch eine Frage zu unseren westlichen Panikmachern .
    Fast täglich hört man von Kriegsdrohungen..... Warum aber machen die USA mit Russland die besten Geschäfte, und die EU schaut erstaunt zu???

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%