What's right – Türkei und die Flüchtlingskrise
Erdogan droht mit der Migrationswaffe

Angela Merkel hofft darauf, dass sich Ankara als Grenzpolizist Europas einkaufen lässt. Doch Erdogan hat die Massenflucht von Anfang an befeuert. Einem Verbündeten fällt Europa zudem in den Rücken. Eine Analyse.
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MünchenDas Schicksal Europas liegt in diesen Tagen in den Händen Recep Erdogans. Da Europa unfähig ist, seine eigenen Grenzen zu sichern, liegt der Schlüssel zur Migrationskrise in Ankara. Es wird also Zeit, sich klar zu werden über Erdogan.

Der türkische Staatspräsident hat die Türkei in ein Neo-Sultanat verwandelt, er führt Krieg gegen Syrien und einen zweiten, immer monströseren gegen die Kurden. Er tritt Menschenrechte mit Füßen und geht mit wachsender Brutalität gegen Kritiker und Widersacher vor. Er hat sich mit all seinen Nachbarn überworfen, und mit den beiden wichtigsten – Iran und Russland – bewegt er sich am Rande weiterer Kriege.

Ausgerechnet diesem Mann vertraut Bundeskanzlerin Angela Merkel nun die Lösung der Migrationskrise an. Sie reist, hofiert, verhandelt und bietet Milliarden dafür, dass die Türkei das tut, wofür sich Deutschland und Europa zu schade sind – die eigenen Grenzen zu sichern.

Dieser Vorgang ist moralisch fragwürdig, denn man macht einen Schurken zum eigenen Grenzpolizisten und verrät die Menschenrechts-Agenda in der Türkei. Er ist aber auch machtpolitisch unklug, weil man den wichtigsten Verbündeten, den Kurden, in den Rücken fällt und sich obendrein erpressbar macht. Europa hätte eine sichere Grenze von Erdogans Gnaden. Er wäre der Türsteher Merkels.

Dabei hat Erdogan in dieser Woche klargemacht, dass er seine Macht als Migrationslenker zynisch genießt. Er behandelt Angela Merkel wie eine naive Bittstellerin und droht schon mal mit neuen Flüchtlingsmassen: „Egal wie grob, wie gnadenlos, wie gewissenlos die westlichen Länder sich verhalten, sie haben keine Chance, diesen Strom unter Kontrolle zu halten“, schwadronierte Erdogan, und um jede Hoffnung Merkels zu zerstören kündigt er an: „Denjenigen, die weiterziehen wollen, um in westlichen Ländern eine Zukunft zu suchen, denen werden wir nichts sagen.“

Damit signalisiert der türkische Präsident, dass er die Massenflucht als eine politische Waffe versteht, um Europa unter Druck zu setzen. In Diplomatenkreisen kursiert seit Monaten die Vokabel „Migrationswaffe“, weil der türkische Geheimdienst die Wanderungsbewegung von Muslimen massiv und gezielt befördert habe. Tatsächlich liegt sie im genuinen Interesse Ankaras, und Erdogan verfolgt damit fünf Kalküle:

Erstens nimmt er Druck vom eigenen Land, indem Flüchtlinge, Arme, Wirtschaftsmigranten sowie gewöhnliche Kriminelle aus umliegenden Ländern die Türkei wieder verlassen. Zweitens verdient die Türkei inzwischen gewaltige Beträge an allerlei Migrations-Dienstleistungen. Die Flüchtlingsindustrie blüht auch jenseits von dubiosen Schleusern.

Kommentare zu " What's right – Türkei und die Flüchtlingskrise: Erdogan droht mit der Migrationswaffe"

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  • Sehr geehrter Herr Türk,
    vielen Dank für ihren Beitrag, dessen Meinung ich nicht teile, aber ich finde, daß Sie einige nachdenkenswerte Dinge gesagt haben, auf die ich gern antworten möchte.
    1. Krieg gegen die Kurden
    Dass Frau Erdogan eine Kurdin ist schließt nicht aus, daß Herr Erdogan Krieg gegen die Kurden führt.
    Dass in der PKK Deutsche Staatsbürger mitkämpfen ist bedauerlich. Leider sind ja auch unter den IS Kämpfern und sicherlich vielen anderen militanten Gruppen Deutsche zu finden. Was ich sehr bedenklich finde ist, daß in Deutschland, zuvorderst leider auch in NRW, nicht konsequent gegen ausländische Gesetzesbrecher vorgegangen wird. Dies kann man ja sehr schön an den Kölner Ereignissen ablesen, wo die Polizei ja mehr oder weniger erklärt hat, daß man eh vieles schon wußte, aber halt nichts getan hat.
    2. 3 Millionen Flüchtlinge gegen 3 Milliarden Euro
    Die Idee hat was! Ich würde allerdings ihrer Intention folgend die Türkei zum sicheren Drittstaat erklären und gar keinen Flüchtling von da nehmen. Allerdings meine ich schon, daß wir aus humanitären Gründen die Türkei mit Geld unterstützen sollten, auch mit einigen Milliarden. Dort sind die Flüchtlinge wenigstens in einem islamischen Land und haben es auch nicht so weit, wenn sie nach Hause zurück wollen.
    3. Die Flüchtlinge wurden von Frau Merkel eingeladen und wollen jetzt nach Deutschland.
    Touche. So sehe ich das auch. Frau Merkel müßte offiziell widerrufen.
    4. Deutschland rückt nach rechts.
    Meiner Meinung nach erkennen immer mehr Deutsche, wie sie verarscht werden. Bislang stach Gesinnungsethik gegen Verantwortungsethik. Jetzt erkennen auch einige in der Deutschen Regierung, daß auch das Deutsche Volk Rechte hat und gehört werden sollte.

  • Bis letztes Jahr gab es einen Dialog zwische Türken und Kurden, den Erdogan abruppt abgebrochen hat, damit er die Mehrheit im Parlament zurück bekommt. Alles aus rein innenpolitischem Kalkül. Vorher waren das keine Terroristen? Die Türkei ist selber Mitverursacher der Flüchtlingskrise. Wenn es im Interesse der Türkei wäre, würde der Flüchtlingsstrom schnell unterbunden. Die Flüchtlinge aus Aleppo hat Erdogan auch nicht über die Grenze gelassen. Erdogan versucht in der Region massiv seine Interessen durchzusetzen. Dabei ist ihm, genauso wie den anderen Akteuren, jedes Mittel recht. Unsere Kanzlerin hat durch ihr unbedachtes Gerede den Flüchtlingsstrom noch beflügelt. Alle in Europa sehen das inzwischen so, nur sie nicht. Diese Rechtsradikalen-Keule zieht langsam nicht mehr. Deutschland hat seine eigenen Interessen zu vertreten und dazu gehört es nicht türkische Islamverbände, die von Erdogan kontrolliert werden, zu unterstützten. Erdogan ist kein Freund Deutschlands. Wer ihn unterstützt auch nicht, egal ob Deutscher, in Deutschland geborener Türke oder eingewanderter Türke. Übrigens ist es eine Unverschämtheit (fast) allen Deutschen zu unterstellen, sie wären potentielle Mörder. Im übrigen ist Deutschland ein freies Land, jeder kann jederzeit ausreisen. Neuerdings dank Merkel sogar einreisen.

  • @ Herr Ahmet Türk

    << Erdogan führt keinen Krieg gegen die Kurden! Seine Frau ist sogar eine Kurdin! >>

    (...)

    Natuerlich fuhrt Erdogan einen ERBITTERTEN KRIEG gegen die Kurden.

    Die Kurden in der Tuerkei wollen naemlich ihre Autonomie ( oder sollen sie diese nicht wollen, weil die Frau von Erdogan eine Kurdin ist....:-) und das wuerde bedeuten, dass ein Drittel des Landes der Tuerkei WEG waere sowie die Tuerkei um 20 Mio. Kurden auch schrumpfen wuerde !

    Herr Weimar hat absolut Recht mit seiner Analyse ! (..)

    << Kein Mensch, auch kein Flüchtling kann zu etwas gezwungen werden. >>

    Zwingen kann mit Gewalt, aber auch durch Werbung, Propaganda und Ueberzeugung ! Die Ahnungslosen Fluchtlinge werden insbesondere durch die Deutsch-Tuerken kraeftig animiert, Richtung Deutschland zu ziehen ! Und diese Deutsch-Turken machen auch als Schlepper den Reibach ihres Lebens !

    << Und der größte Mist was Sie in Ihrem Artikel geschrieben haben ist, dass die Türkei gegen die Bundeswehr krieg führt! >>

    Diese Ableitung ist ABSOLUT KORREKT ! Die Bundeswehr ist vor Ort und bildet die Kurden an Deutschen Waffen aus ( Einsatz von MILANs ). Der Sultan bekriegt die Kurden : also bekriegt er auch die Bundeswehr !

    << Liebe Mitbürger, es ist traurig zu lesen wie stark nach rechts Deutschland gerückt ist. >>

    Wenn Menschen der Realitaet ins Gesicht sehen und sich auf diese Realitaet einstellen, hat DIES mit KEINEM RUCK zu tun, sondern mit Handeln nach GESUNDEM MENSCHENVERSTAND !

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.



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