Wichtige „Swing States“
Romney holt in Umfragen auf

Der republikanische Präsidentschaftskandidat liegt Umfragen zufolge in Virginia und Ohio vorne. Amtsinhaber Obama hofft hingegen auf neuen Schwung durch die guten Arbeitsmarktzahlen.
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WashingtonNach dem unerwartet schwachen Auftritt von Amtsinhaber Barack Obama bei der Fernsehdebatte mit Mitt Romney holt der Herausforderer in den Umfragen auf. Einige Institute sahen den Republikaner in entscheidenden Staaten wie Florida, Virginia und Ohio vorn. Doch Obama kann angesichts einer gesunkenen Arbeitslosenquote auf neuen Schwung hoffen. Die Quote sank auf 7,8 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt.

Auch von den Spendensammlern kamen gute Nachrichten für Obama. Sein Wahlkampfteam und die Demokratische Partei konnten im September zusammen 181 Millionen Dollar einnahmen - so viel wie noch nie in einem Monat seit Beginn der Kampagne zu seiner Wiederwahl. Im August kamen noch 114 Millionen Dollar zusammen. Romney und sein Wahlkampfteam haben sich noch nicht zu den Summen für September geäußert. Obama erklärte via Twitter, mehr als 1,8 Millionen Menschen hätten im September für ihn gespendet, darunter mehr als eine halbe Million, die 2008 oder 2012 noch nicht für ihn gespendet hätten.

In Virginia und Ohio war Obama am Freitag mit seinem Wahlkampftross unterwegs, um dort die Arbeitslosenzahlen als Erfolg seiner Politik zu beschreiben. "Die Nachrichten von heute sollten uns ermutigen", sagte er vor Tausenden Anhängern in Ohio. "Sie sollen von der anderen Seite nicht als Ausrede genutzt werden, um die Wirtschaft schlechtzureden und damit politisches Kleingeld zu machen." Für den Präsidenten wurde mit den 7,8 Prozent auch eine wichtige psychologische Barriere überwunden. Denn noch nie wurde ein Präsident wiedergewählt, wenn die Arbeitslosenrate über acht Prozent lag.

Romney äußerte sich hingegen erwartungsgemäß zurückhaltender. Eine echte wirtschaftliche Erholung sehe anders aus, erklärte er. "Wir haben im September weniger neue Jobs geschaffen als im August und im August weniger als im Juli. Und seit Präsident Obama im Amt ist, haben wir 600.000 Fabrikarbeitsplätze verloren." Die Debatte über die Arbeitslosenzahlen überschattete eine weitere Bemerkung Romneys, der nämlich zuvor seine Äußerung über die 47 Prozent US-Bürger, die nur auf staatliche Leistungen warteten, widerrief. Was er da erzählt habe, sei "schlicht komplett falsch" gewesen, erklärte Romney.

In seiner wöchentlichen Radioansprache forderte Obama die Republikaner im Kongress auf, gemeinsam mit den Demokraten einen Plan umsetzen, der die Steuern für 98 Prozent der Menschen in den USA sinken lassen würde. Die Republikaner müssten aufhören, die Kämpfe der vergangenen Jahr erneut auszufechten und endlich etwas tun, um der Mittelschicht zu helfen, sagte der Präsident. "Wir sind zu weit gekommen, um jetzt umzukehren."

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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