Widerstand gegen Schily-Pläne
EU-Mittelmeerstaaten wollen keine Asyllager

Die EU-Außenminister der Mittelmeerstaaten lehnen den Vorstoß von Bundesinnenminister Schily zu Flüchtlingslagern in Nordafrika ab. Sie wollen mittels Wirtschaftshilfe Migration eindämmen.

HB BERLIN. Bei seinen EU-Ressortkollegen stieß Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Freitag mit seiner Idee zur Bildung von Auffangzentren für Flüchtlinge in Nordafrika noch auf Zustimmung. Am heutigen Samstag die Kehrwende der Außenminister Italiens, Frankreichs, Spaniens und Portugals. Bei einem informellen Treffen in Rom machten sie deutlich, dass sie von Schily Vorschlag nicht viel halten.

Es gebe bessere Lösungen als Transitlager in Nordafrika, meinte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos. Er sprach sich ebenso wie seine Kollegen für eine Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung aus, um Migration einzudämmen.

Die Politiker waren sich am Samstag einig, dass eben dies der Schlüssel sei, um die Flüchtlingsproblematik in den Griff zu bekommen. Junge Menschen bräuchten eine Zukunft in ihren Heimatländern, so der französische Außenminister Michel Barnier. Deshalb sollten, wie der italienische Außenminister Franco Frattini und sein portugiesischer Kollege Antonio Monteiro sagten, die Verbesserung der Lebensbedingungen von möglichen Immigranten Priorität besitzen.

In einer gemeinsamen Erklärung wiesen die Minister darauf hin, dass die Europäische Union ein Projekt prüfe, wonach Regionalfonds zu den Nachbarn im Mittelmeer umgeleitet werde. Dies solle ähnlich der Strukturhilfefonds für ärmere Regionen innerhalb der EU geschehen.

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