Widerstand gegen Terroristenführer
Iraks Sunniten rufen zum Kampf gegen Sarkawi auf

Der sunnitische Widerstand hat mit den islamistischen ausländischen Terroristen im Irak gebrochen. Einflussreiche Religionsführer rufen inzwischen zum Kampf vor allem gegen den El-Kaida-Anführer Mussab el Sarkawi auf, der für viele Anschläge und Entführungen verantwortlich gemacht wird.

MOSSUL. Lokale Widerstandskämpfer reagieren auf Anschläge ausländischer Terroristen auf Armee-Rekruten – USA verhandeln angeblich über Teilrückzug So verpflichtete Scheich Hazim el Araji seine Gläubigen in der Widerstandshochburg Ramadi im Freitagsgebet dazu, sich Sarkawi entgegenzustellen.

Die sunnitische Minderheit im Irak hatte unter Saddam Hussein das Land dominiert, fühlt sich jetzt aber von der schiitischen Mehrheit unterdrückt. Das so genannte Sunnitische Dreieck nordwestlich von Bagdad (siehe Karte) gilt nach wie vor als Terror-Hochburg – hier ereignen sich die meisten Anschläge und die meisten Geiselnahmen. Auch die Deutsche Susanne Osthoff war in dieser Region im Dezember drei Wochen lang entführt worden und machte anschließend Sarkawis Gruppe verantwortlich. Seine Terrorgruppe gilt als Ableger der El Kaida von Osama bin Laden und wird auch im Zusammenhang mit der Entführung der zwei deutschen Ingenieure in Beidschi genannt. Zum Schicksal der beiden Geiseln gab es auch am Montag keine Informationen.

Sarkawi gilt auch als Drahtzieher eines Selbstmordanschlages, bei dem vor wenigen Wochen in Ramadi 42 sunnitische Armee-Rekruten getötet wurden. Diese Tat hat offensichtlich schwere Konsequenzen für seine weiteren Terroraktionen im Irak. Wie die in London erscheinende arabische Zeitung „Al Hayat“ berichtet, kam es danach zu einer großen Versammlung der sunnitischen Stämme. Der große Rat habe beschlossen, Sarkawi aus dem Irak zu vertreiben. Zuvor hatten die Sunniten Sarkawi als Verbündeten im Widerstand gegen die US-Truppen angesehen, jetzt erklärten sie ihn zum Terroristen.

Nach Aussage von Scheich Osama el Jedaan, dem Führer des Karabila-Stammes in Kaim an der Grenze zu Syrien, beschloss die Stammesversammlung in der Provinz Anbar, eine Militäraktion gegen die Terroristen zu starten. Die Sunniten in Ramadi würden Ausländer, Eindringlinge und „Störenfriede“ aus anderen Staaten der Region bekämpfen. Insgesamt hätten sechs bewaffnete Gruppen, die dem „Irakischen Widerstand“ unterstehen, Sarkawi den Krieg erklärt, schreibt „Al Hayat“. Die Ermordung von Sunniten und Polizeirekruten werde nicht länger hingenommen. Auch akzeptiere die Stammesversammlung nicht, dass Iraker von den Terroristen getötet werden, nur weil sie Schiiten sind. Sarkawi hat in seinen Botschaften immer wieder betont, dass er die Schiiten insgesamt bekämpfen will.

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