Widerstand gegen Truppen geleistet
4 000 Iraker sitzen in US-Haft

Rund 4 000 Iraker werden von der US-Armee wegen Widerstands gegen die Besatzungstruppen festgehalten. Die Sicherheitsgefangenen sind isoliert von den herkömmlichen Gefangenen, teilte ein Sprecher der US-Militärpolizeit am Dienstag mit.

HB BAGDAD. Wie ein Sprecher der US-Militärpolizei am Dienstag im westlich von Bagdad gelegenen Gefängnis von Abu Ghoreib mitteilte, werden diese so genannten Sicherheitsgefangenen getrennt von den insgesamt mehr als 4000 normalen Kriminellen festgehalten. Zu ihren Vergehen zählten „Mitgliedschaft in einer Widerstandsgruppe und Angriffe gegen Soldaten der Koalition“, sagte General Janis Karpinski, Kommandeurin der 800. US-Militärpolizeibrigade.

Menschenrechtsgruppen im Irak haben allerdings kritisiert, dass Tatbestände wie „Bedrohung eines US-Soldaten“ zum Teil zu grob definiert seien. So hatte das Mitglied einer christlichen Menschenrechtsgruppe aus den USA kürzlich in der Zelt-Haftanstalt von Umm Kasr im Südirak versucht, die Freilassung eines Blinden zu erreichen, der wegen Bedrohung von Soldaten dort inhaftiert war. Insgesamt unterhalten die Besatzungstruppen im Irak nach Angaben von Karpinski 15 Haftanstalten, wobei zum Teil auch wieder Iraker als Wachpersonal eingesetzt werden. Laut Karpinski wurde aber keiner der alten Gefängniswärter, die als grausam und korrupt galten, wieder eingestellt.

Im Gefängnis von Abu Ghoreib, unter dem Regime von Saddam Hussein einst die größte Haftanstalt des Landes, sind derzeit intensive Renovierungsarbeiten im Gange. Die Todeszellen, der Galgenraum und die Gaskammer des Gefängnisses sollen laut Karpinski auf Wunsch von Angehörigen der dort getöteten Gefangenen in eine Gedenkstätte für die Opfer des Schreckensregimes umgewandelt werden.

Wie die Kommandeurin weiter ausführte, haben die ersten Häftlinge das Gefängnis vor drei Wochen bezogen. Inzwischen sitzen in Abu Ghoreib 240 Häftlinge ein. Weitere 800 mutmaßliche Kriminelle werden auf dem gleichen Gelände noch in einem Zeltlager festgehalten bis die restlichen Zellen renoviert sind. Auf dem Gelände, das nach dem Einmarsch der US-Armee geplündert worden war, sind auch 300 „Sicherheitsgefangene“ untergebracht.

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