Widerstand im Irak
Angriffe auf US-Soldaten reißen nicht ab

Die Serie von Anschlägen auf US-Soldaten im Irak reißt nicht ab: Am Freitag wurde ein Soldat nach Augenzeugenberichten niedergeschossen, als er in einem Laden von Bagdad eine DVD kaufen wollte. Am Vortag geriet ein Soldat nach Militärangaben in einen Hinterhalt und wurde erschossen.

Reuters BAGDAD. Viele Iraker werfen den USA vor, ihre Pflichten als Besatzungsmacht bei der Versorgung und Sicherung der Bevölkerung nicht zu erfüllen. Offenbar als Reaktion auf die Kritik soll nach Informationen der „Financial Times“ jetzt ein unabhängiges Expertenteam im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums die bisherige Besatzungspolitik untersuchen.

Der in Bagdad niedergeschossene US-Soldat hat nach Berichten von Anwohnern einen Laden betreten, um zwei DVDs zu kaufen. Er habe Dollar aus der Tasche geholt, sagte der Ladenbesitzer. „Als ich auf das Geld blickte, hörte ich einen Knall. Er erstarrte und fiel hinten über.“ Zwei andere Soldaten hätten ihn gegriffen und aus dem Laden getragen. Der Soldat soll in den Kopf getroffen worden sein. Das US-Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Zwischenfall.

Zuvor hatte die US-Armee mitgeteilt, einer ihrer Soldaten sei am Vortag nahe der irakischen Stadt Nadschaf getötet worden, als er einen Autodiebstahl untersucht habe. Einzelheiten wurden ebenfalls nicht bekannt gegeben.

Im Irak werden seit Wochen beinahe täglich US-Soldaten angegriffen. Seit dem Anfang Mai von US-Präsident George W. Bush verkündeten Ende der Kriegshandlungen kamen mindestens 21 US-Soldaten bei Anschlägen und Gefechten ums Leben. Am Dienstag wurden zudem sechs britische Soldaten bei einer Razzia im Süden Iraks getötet. Die US-Armee verhörte am Freitag nach eigenen Angaben drei Iraker, die im Verdacht stehen, in den Fall zweier vermisster Soldaten verwickelt zu sein. Diese waren am Mittwoch rund 40 Kilometer nördlich von Bagdad unterwegs gewesen und haben sich seitdem nicht mehr gemeldet.

Die „Financial Times“ berichtete, Unternehmen, die sich für Investitionen im Irak oder für Wiederaufbau-Vorhaben interessierten, würden dem Blatt zufolge mittlerweile vor drohenden Gefahren gewarnt. Es bestehe eine „gleich große“ Chance, dass das Land in einer offenen Revolte versinke, werde den Firmen gesagt. Wegen fehlender wirtschaftlicher und politischer Fortschritte wächst bei vielen Irakern der Widerstand gegen die Besatzungstruppen.

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