Widerstand in Falludscha hält an
USA gehen erneut massiv gegen Rebellen vor

Trotz des von der irakischen Übergangsregierung verkündeten Endes der Offensive gegen die Aufständischen-Hochburg Falludscha stoßen die US-Truppen in der Stadt weiter auf Widerstand. Vor allem im Süden Falludschas kommt es nach Augenzeugenberichten vom Sonntag immer wieder zu erbitterten Kämpfen.

HB FALLUDSCHA. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters berichtete, gingen die USA in mindestens fünf Angriffswellen mit Luftangriffen, Artillerie-Feuer und Granatenabwurf gegen Ziele der Aufständischen vor. Die Stadt, die als Hochburg des sunnitischen Widerstands im Irak gilt, ist nach US-Militärangaben von Sonntag bereits weitgehend unter Kontrolle der USA. An der seit einer Woche andauernden Großoffensive sind 10 000 US- und 2 000 irakische Soldaten beteiligt. Falludscha gilt als Schlüssel für die Befriedung des Landes vor den im Januar geplanten Wahlen.

Wie US-Medien unter Berufung auf das Militär berichteten, kamen seit Beginn der Offensive 38 US-Soldaten ums Leben, 275 wurden verletzt. Im Norden des Irak weitete sich der Widerstand gegen die amerikanischen und irakischen Truppen aus.

Im US-Hospital im pfälzischen Landstuhl sind seit Montag vergangener Woche 419 US-Soldaten behandelt worden, die aus dem Irak nach Deutschland gebracht worden waren. Die meisten seien beim Kampf um Falludscha verletzt worden, sagte eine Krankenhaus-Sprecherin.

Iraks Übergangsregierung hatte die Offensive „Morgendämmerung“ am Samstag für beendet erklärt. Ein Sprecher der US-Armee in Bagdad sprach am Sonntag jedoch von „verbleibenden Widerstandsnestern“ in Falludscha, die zerstört werden müssten. Erste US-Truppenkontingente würden bereits in den Norden nach Mossul verlegt.

In Mossul gab es am Sonntag erneut heftige Gefechte. Ein Militärsprecher sagte, die Armee habe einen Belagerungsring um die Stadt gezogen. Aufständische hätten in den vergangenen Tagen Polizeistationen, Regierungsgebäude und andere öffentliche Einrichtungen angegriffen. Gefechte wurden auch aus Bakuba gemeldet.

Bei einem Bombenanschlag in Tikrit wurden am Sonntag fünf irakische Zivilisten getötet. Nördlich von Kirkuk verübten Unbekannte Sprengstoffanschläge auf eine Ölförderanlage und setzten sie in Brand.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%