„Widerstandstruppen Schutz bieten“ McCain drängt Nato zu Intervention in Syrien

Der US-Außenpolitiker John McCain räumt ein, dass Amerika kriegsmüde geworden ist und den Bodenkrieg in Syrien scheut. Um so mehr müsse die Nato unter deutscher Beteiligung tun, um den Widerstand gegen Assad zu stärken.
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Senator John McCain. Quelle: Reuters

Senator John McCain.

(Foto: Reuters)

HalifaxDeutschland war bei den internationalen Aktionen gegen Libyen im vergangenen Jahr Zuschauer - nun wird über Syrien diskutiert. Ist der Fall Syrien für die deutsche Regierung eine Chance zur Wiedergutmachung?
Ich habe der Kanzlerin gegenüber keinen Hehl daraus gemacht, dass ich über die fehlende deutsche Beteiligung in Libyen enttäuscht war. Das ist kein Geheimnis. Die Nato muss sich jetzt um Syrien kümmern, nur scheinen die Chancen dafür bisher gering. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat unmissverständlich gesagt, dies sei keine Sache der Allianz. Leider.

Die Bundesrepublik erwägt nun, zwei Staffeln Patriot-Abwehrraketen und 170 deutsche Soldaten an der syrischen  Grenze zu stationieren….

…das wäre ein gewaltiger Fortschritt…

aber die Raketen sollen nur den Bündnispartner Türkei schützen. Sie hingegen wollen damit eine Flugverbotszone in Syrien schaffen.

Ja, wir brauchen eine solche Zone, am besten nahe der türkischen Grenze. Hier könnten Flüchtlinge Schutz finden und Widerstandstruppen trainieren . Dorthin könnte man auch Waffen an die Opposition liefern. So ähnlich wie damals in Libyen, wo die Stadt Bengasi ein Brückenkopf für die Opposition gegen Gaddafi war.

Falls Assad jemals gestürzt wird – wer würde dann verhindern, dass Syriens Volksgruppen übereinander herfallen? Die Arabische Liga? Die Nato?

Das könnten die Vereinten Nationen übernehmen. Sobald die Kämpfe vorbei sind, müssten wir Blauhelme schicken.

Die USA wären dazu nicht bereit? Fehlt ihnen wegen ihrer vielen Krisen daheim dafür die Kraft?

Das gilt schon seit 2008, als unsere Wirtschaft einbrach. Die größte Bedrohung unserer nationalen Sicherheit lauert in unserer ökonomischen Misere. Die meisten Amerikaner sorgen sich momentan mehr um ihren Job als um die Welt…

Dennoch blickt die Welt auf Amerika, wenn es darum geht, das Asad-Regime beim Mord am eigenen Volk zu stoppen?

Dagegen müssen wir mehr tun. Es darf nicht länger so weiter gehen. Die Iraner unterstützen Präsident Assad mit eigenen Kämpfern, und außerdem strömen russische Waffen nach Syrien. Alle Horrorszenarien, vor denen die Gegner jeglicher Einmischung des Westens uns gewarnt haben, sind inzwischen eingetreten: Die Nachbarländer werden instabil, islamistische Gotteskrieger aus Arabien streben nach Syrien, und die Zivilbevölkerung wird massakriert. 37.000 Menschen sind dem Regime zum Opfer gefallen. Ich schäme mich dafür, dies ist ein schändliches Kapitel amerikanischer Geschichte. Wir hätten mehr unternehmen müssen.

Was also schlagen Sie vor?

Die USA sollten die Opposition endlich bewaffnen und militärisch unterstützen. Ich hoffe sehr, dass die Obama-Regierung alle Optionen prüft.

Amerikas Volk trägt keinen Bodeneinsatz mit
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12 Kommentare zu "„Widerstandstruppen Schutz bieten“: McCain drängt Nato zu Intervention in Syrien"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Also schon wieder Al-Kaeda, Muslimbruderschaft, Hamas und Co. unterstützen? Reichen denn die Erfahrungen aus dem arabischen "Frühling" immer noch nicht?

  • ... wie blöd muss der Westen sein, um nach Ägypten, Tunesien und Libyen jetzt aich in Syrien die muselmanischen Barbaren zu unterstützen & zur Macht zu verhelfen!!? Erbärmlicher kann man gar nicht gegen die eigenen Interessen und Wertvorstellungen handeln: ja, das Assad-Regime ist akut unappetitlich - aber die "Rebellen" sind noch ungleich barbarischer! FINGER WEG! Sowenig Syrien uns hilft, sowenig sollten wir uns bei denen einmischen!

  • Was McCain favorisiert ist der klassische Stellvertreterkrieg. Die syrischen Christen und die syrischen Alaviten dürften darunter am meisten leiden. Getroffen werden soll nicht nur das Assad-Regime, dass sich in einem Bürgerkrieg seiner Haut wehrt, sondern auch der Iran als dessen Verbündeter und Russland, das Interessen in Syrien hat.
    Zudem sind in Syrien innermoslemische Konflikte entbrannt, die von außen geschürt werden. Sunniten gegen die alavitische Minderheit, der auch Präsident Assad angehört.
    Radikale Islamisten, ob nun Syrer oder von außen eingesickert, sind die Hauptgegner von Assad und planen einen islamischen Gottesstaat in dem syrische Christen keinen Platz haben.
    Die deutschen Patriot-Raketen sind natürlich nicht gegen einen syrischen "Angriff" Richtung Türkei gedacht sondern als Absicherung einer Flugverbotszone an der Grenze zur Türkei, wo Rebellen gegen Assad mit "westlichen" Waffen versorgt werden sollen, um so den Bürgerkrieg künstlich zu verlängern u.s.w.
    Es gibt keinen NATO-Verteidigungsfall, der wird künstlich konstruiert, sondern geplant ist ein Eingreifen in einen auswärtigen Bürgerkrieg und das ist grundgesetzwidrig.

  • Die Meinung des Senators von Arizona, also einem republikanischen Nichtregierungsmitglied ist für die deutsche Regierung hoffentlich unmaßgeblich.
    Ebenso wie die Meinung eines Hr. Söder zur Griechenlandfrage international keine Beachtung finden sollte.

  • Klar wollen die Amerikaner den Krieg nicht führen - da gibt es ja richtige, wehrhafte Gegner zu bezwingen und das könnte ja kräftig in die Hose gehen, wie z.B. damals in Vietnam, es könnte jede Menge amerikanischer Opfer fordern. Da ist es besser, das Schlachtfeld nach Europa umzuleiten. Hatten wir nicht schon mal die Ehre dafür auserwählt zu sein - im sogenannten kalten Krieg? Wenn unsere Politiker darauf eingehen, besser: darauf hereinfallen, dann sind sie wirklich saublöd. Frau Merkel, Herr Schäuble, wo bleiben ihre vorzüglichen Fähigkeiten in punkto Tricksen, Täuschen, Lügen? Jetzt könnten sie die mal gewinnbringend und gefahrenabwehrend für unser Land und für Europa einsetzen.

  • Wir sind nicht das Kanonenfutter der Amerikaner, wir haben in Syrien überhaupt nichts verloren. Die sollen gefälligst selbst ihre Kriege führen!

  • Also sollen deutsche Soldaten die geopolitischen Interessen der USA durchsetzen. Assad ist sicher kein lupenreiner Demokrat, aber wer kämpft in der sogenannten Oppostion? Islamisten, die wie in Ägypten einen Gottenstaat durchsetzen wollen. Die Kopten und andere religösen Minderheiten tun mir jetzt schon leid. Ich bin mal gespannt was man sich dieses Mal für Lügen als Kriegsgrund ausdenkt?

  • Hat D lebenswichtige Interessen in Syrien? Eher nicht. Gutmenschentümmelei reicht nicht, um einen Stellvertreterkrieg zu führen.
    'The German to the front!' ????

  • Es ist kein Bündnisfall der NATO.Es währe gut wenn die Amerkaner nicht immer davon überzeugt wären sie haben immer Recht.Deutschland sollte nicht voranige Interessen der USA nachgeben.

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