Wie im Kalten Krieg
Russischer Ex-Spion in London vergiftet

Er recherchierte in London zum Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja - nun ringt ein früherer Agent des russischen Geheimdienstes FSB mit dem Tod. Offenbar wurde er in einem Sushi-Restaurant auf heimtückische Weise vergiftet.

HB LONDON. Die britische Polizei ermittelt nun wegen Vergiftung. Festnahmen habe es noch nicht gegeben, sagte eine Sprecherin und beschrieb den Zustand Alexander Litvinenkos als ernst, aber stabil.

Berichten britischer Medien zufolge traf sich Litvinenko in der Sushi-Bar mit einem als Mario bekannten Mann. „Ich habe Mittagessen bestellt, aber er aß nichts. Er schien sehr nervös und gab mir ein vierseitiges Dokument, dass ich sofort lesen sollte“, wird das Opfer von der „Sunday Times“ zitiert. Es habe sich unter anderem um eine Liste von Personen gehandelt, die an der Ermordung Politkowskajas beteiligt gewesen sein sollten. Darunter seien auch Namen von Agenten des russischen Geheimdienstes FSB gewesen, sagte er dem Blatt. FSB ist die Nachfolge-Organisation des KGB.

Der frühere Oberst des russischen Geheimdienstes ist wurde den Berichten zufolge mit Thallium vergiftet worden sein. Das Mittel wird auch als Rattengift benutzt. Es greift das Nervensystem an und hat Haarausfall, Übelkeit und Durchfall zur Folge. „Die kommenden vier Wochen werden kritisch sein“, sagten Ärzte. „Seine Überlebenschancen stehen bei 50-50. Er sieht wie ein alter Mann aus und hat sein ganzes Haar verloren“, sagte Alex Goldfarb, ein enger Freund Litvinenkos, dem Fernsehsender BBC.

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