Wie Pegida im Ausland wahrgenommen wird: Lügenpresse – auch im Ausland?

Wie Pegida im Ausland wahrgenommen wird
Lügenpresse – auch im Ausland?

Die Pegida-Demonstrationen beschäftigen auch das Ausland. In Norwegen gibt es den ersten Ableger. Die Schweiz kennt sich mit Ressentiments gegen Ausländer aus – allerdings betreffen sie dort Vorurteile gegen Deutsche.
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Über die jüngsten Pegida-Demonstrationen in Dresden und Leipzig ist in der nordeuropäischen Presse nur am Rande berichtet worden. Der Schwerpunkt in der internationalen Berichterstattung lag noch immer auf den Pariser Anschlägen. In Norwegen waren die Medien dagegen mit der ersten eigenen Pegida-Demonstration im Land beschäftigt. Zeitgleich mit den Märschen in Dresden und Leipzig am Montagabend hatte die erst vor Kurzem gegründete norwegische Pegida zu einer Demonstration in Oslo aufgerufen. Es kamen rund 200 Teilnehmer.

Auch in Schweden versuchen einige bekannte Rechtspopulisten eine ähnliche Bewegung ins Leben zu rufen. Allerdings ist mit den „Schwedendemokraten“ eine Partei Im Parlament vertreten, die in weiten Teilen ähnliche Forderungen wie Pegida stellt. Bei den letzten Wahlen im vergangenen September erhielt die Partei knapp 13 Prozent der Stimmen und wurde drittgrößte politische Kraft in Schweden.

In Dänemark versuchten die großen Zeitungen, die Stimmung unter den Pegida-Demonstranten einzufangen. „Viele Europäer fühlen sich nicht mehr repräsentiert. Das ist das Problem“, schrieb beispielsweise „Politiken“ aus Kopenhagen.

Im Vorfeld der jüngsten Märsche in Deutschland hatten die großen Zeitungen in Nordeuropa Reporter nach Dresden geschickt, um mit Pegida-Anhängern zu sprechen. Dabei kam in der Regel ein recht differenziertes Bild der Protestbewegung heraus. Der Deutschland-Korrespondent von „Dagens Nyheter“, der größten schwedischen Tageszeitung, ließ sowohl Anhänger, als auch Gegner von Pegida zu Wort kommen. „Warum gerade Dresden? Wir wissen es nicht“, überschrieb die Zeitung die Reportage und wies darauf hin, dass gerade in Dresden deutlich weniger Muslime leben als in anderen Teilen des Landes. Breiten Raum nahm in den vergangenen Tagen auch die Berichterstattung über die zahlreichen Anti-Pegida-Demonstrationen ein. Der Schwedische Rundfunk und das Fernsehen berichteten Live von den Aufmärschen. Die Reporter besuchten aber auch die vielen Gegendemonstrationen. Fast immer wurde betont, dass die Teilnehmerzahl der vielen Gegendemonstrationen die Pegida-Anhänger deutlich übertraf.

Helmut Steuer, Stockholm

Kommentare zu " Wie Pegida im Ausland wahrgenommen wird: Lügenpresse – auch im Ausland?"

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  • Die Achse des Guten. Ein wirklich lesenswerter Bericht von Sophie Dannenberg bzgl. des Hasses, der den Bürgern entgegenschlägt, die sich gegen eine Islamisierung aussprechen.
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_nazi_muss_deutsch_sein_sonst_ist_er_keiner

  • @ Jochen Müller
    "Demokratie richtet sich nicht nach dem der am lautesten schreit!!! WÄHLEN GEHEN und einfach mal akzeptieren das man nicht das Volk ist."
    Aber was kann man wählen? Wir alle rasen auf den Abgrund zu, und dürfen alle 4 Jahre den Lokführer wechseln. Das ist für Demokratie zu wenig!
    Unsere Parlamentarier fühlen sich ausschließlich den Konzernen verpflichtet, für die sie im BT sitzen. Sie sind an ihre Versprechen aus dem Wahlkampf nicht gebunden.
    Deshalb: Volksentscheid gehört her. Das Volk soll doch entscheiden, ob es z.B. TTIP will, ob es gentechnik will, ob es eben auch Moscheen will usw.
    Doch CDU/FDP/SPD verhindern genau dies erfolgreich, da sie dann nicht mehr in den gut bezahlten Aufsichtsräten sitzen werden. Die zahlen ja nicht für nicht umgesetzte Gesetze, sondern nur für das, wovon sie profitieren.
    Und zur Zeit sind die Unternehmen an Billigarbeitskräften zum Löhnedrücken interessiert - deshalb gibt es die Zuwanderungsdebatte!

  • @ Herr Dr. Michael Klein

    "Doch Zuschauerzahlen von ARD & ZDF sowie Leserzahlen bei Spiegel & Co. sinken teils dramatisch"

    Mich wundert das nicht.

    Ich fühle mich schon seit Langem durch die Berichterstattung bei ARD und ZDF "verarscht".

    Oft kamen mir Berichte/Reportagen manipuliert und eher als Erziehungsmaterial für den blöden Pöbel vor, natürlich im Sinne der political correctness.

    Spiegel und Konsorten können hoffentlich bald "einpacken" denn die lassen schon seit geraumer Zeit kritische Kommentare nur dann zu, wenn sie mit der political correctness der Regierung konform gehen.

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