Wie sich IS finanziert
Die Geldquelle des Terrors

Obama will die Terrormiliz IS „zerstören“. Doch militärische Mittel reichen nicht. Die Geldquellen sprudeln weiter. Wie gut die Dschihadisten von Öl, Erpressung und Schmuggel leben - und warum Sanktionen nicht wirken.
  • 2

DüsseldorfBarack Obama hatte lange gezögert. Nun wollte er endlich Stärke zeigen. In einer Rede an die Nation erklärte der US-Präsident am Mittwochabend, wie er die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak bekämpfen will. Die Ausbreitung „dieses Krebsgeschwürs“ müsse gestoppt werden, so Obama. Er wird weitere Luftschläge anordnen und die Gegner der Terrormiliz aufrüsten. Doch so leicht lässt sich der Islamische Staat, kurz IS, nicht besiegen.

Zu stark sind die Dschihadisten, nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich. Vermutlich verfügten Terroristen noch nie über so große finanzielle Mittel – und sind gleichzeitig fast immun gegen die üblichen Sanktionen.

„Der Islamische Staat ist wahrscheinlich die vermögendste Terrorgruppe, die wir je gesehen haben“, sagt Matthew Levitt, ehemaliger US-Geheimdienstler und jetzt Experte für Terrorismusbekämpfung des Washington Institute for Near East Policy.

Es sind die Berichte von grausamen Hinrichtungen, die das Bild der Terroristen geprägt haben. In westlichen Medien erscheinen sie wie eine Bande von Wilden. Hinter den menschenverachtenden Taten steht eine straff gegliederte Organisation. Von ihrer Hochburg im syrischen Rakka aus regieren die Dschihadisten die besetzten Gebieten wie einen Staat, mit Steuern, einer lukrativen Schattenwirtschaft, eigener Gerichtsbarkeit. Inzwischen erstreckt sich dieser „Staat“ über ein Gebiet im Irak und Syrien, in dem etwa acht Millionen Menschen leben – und in dem mehrere Ölquellen sowie Raffinerien liegen.

An der Spitze steht der selbst ernannte Kalif, der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi. Daneben soll es eine Art „Finanzminister“ geben, der die Einnahmen verwaltet. Im Gegensatz zu anderen Terrorgruppen wie al-Qaida oder die Taliban ist der IS nicht von Spenden aus dem Ausland abhängig, sondern finanziert sich vorwiegend vor Ort, aus dem Handel mit Öl, durch Erpressung und Schmuggel.

Kommentare zu " Wie sich IS finanziert: Die Geldquelle des Terrors"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schwieriger dürften Fragen nach der Anschubfinanzierung wirken, um so eine Truppe überhaupt erst möglich zu machen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%