Wie sieht Plan B aus?
Draußen vor der Tür

Die Tür, die die Eurogruppe für Griechenland noch offen hielt, hat Finanzminister Varoufakis buchstäblich hinter sich geschlossen, als er in Brüssel den Saal verließ. Die Staatspleite scheint unausweichlich zu sein.
  • 0

BrüsselFür Yanis Varoufakis war es die letzte Eurogruppen-Sitzung. Es ist kurz nach 17 Uhr, als der griechische Finanzminister den Tagungsraum im EU-Ratsgebäude in Brüssel verlässt. Er wird nicht zurückkehren. "Wir werden die weiteren Schritte ohne den griechischen Kollegen besprechen", sagt Eurogruppen-Vorsitzender Jeroen Dijsselbloem.

Es ist ein historischer Satz. Zwanzig Jahre lang ist die Euro-Zone stetig gewachsen - auf zuletzt 19 Euro-Staaten. Dass der gemeinsame Währungsraum wieder kleiner werden könnte, hätte sich vor kurzem niemand auch im Traum vorstellen können - zumal die große Euro-Schuldenkrise überstanden schien. Doch nun sieht alles so aus, als ob es bald wieder 18 Euro-Staaten sein werden.

Der 27. Juni 2015 wird wahrscheinlich in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem die Europäische Währungsunion erstmals ein Mitglied verlor. Griechenlands Schicksal scheint an diesem Samstag endgültig besiegelt zu sein.

Die Staatspleite und den daraus folgenden Grexit verhindern kann jetzt nur noch das Parlament in Athen. Die Abgeordneten dort müssen dafür das von den internationalen Geldgebern vorgelegte Spar- und Reformprogramm billigen -und zwar gegen den erklärten Willen der Regierung.

Und das alleine reicht noch nicht. Die griechischen Volksvertreter müssten sich außerdem dazu durchringen, Alexis Tsipras und seine Regierung aus dem Amt zu jagen. Denn mit dieser Regierung, soviel wird am Samstag Nachmittag klar, will die Euro-Zone ab sofort nichts mehr zu tun haben.

"Es gibt ein großes Problem mit der Glaubwürdigkeit", sagt Dijsselbloem. Wie solle man noch mit einer Regierung zusammenarbeiten, die sich eindeutig gegen die notwendigen Spar- und Reformmaßnahmen ausgesprochen habe, fragt der Niederländer. Die Zweifel an Tsipras und Varoufakis seien einfach zu groß geworden.

Selbst nach einem positiven Ausgang des griechischen Euro-Referendums am 5. Juli könne man mit diesen Leuten nicht mehr zusammenkommen, signalisierte Dijsselbloem. Das Parlament in Athen müsse dies wissen, "damit es eine kluge Entscheidung treffen kann", sagt der Eurogruppen-Chef.

Seite 1:

Draußen vor der Tür

Seite 2:

Euros werden knapp in Griechenland

Kommentare zu " Wie sieht Plan B aus?: Draußen vor der Tür"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%