Wieder Ausgangssperre - Wut über US-Soldaten
Angespannte Ruhe in Kabul

Nachdem es am Montag zu den schwersten anti-amerikanischen Ausschreitungen in Kabul seit dem Sturz der Taliban vor mehr als vier Jahren gekommen war haben die Sicherheitskräfte der afghanischen Hauptstadt am Dienstag verstärkt Präsenz gezeigt. Die Lage blieb ruhig, aber gespannt.

HB KABUL. Die zweite Nacht in Folge galt eine Ausgangssperre. In Nordafghanistan setzten die radikal-islamischen Taliban-Rebellen ihre Angriffe fort. Drei einheimische Mitarbeiterinnen einer westlichen Hilfsorganisation wurden getötet. Bei einem Bombenanschlag kamen zwei afghanische Arbeiter einer ausländischen Firma ums Leben. Trotz der jüngsten Unruhen hält die Nato ihre Truppenpläne für das Land für ausreichend. Der Vorsitzende der Links-Fraktion, Oskar Lafontaine, forderte dagegen den Abzug der Bundeswehr.

Afghanische Panzer bewachten Zugänge zum Stadtzentrum, schwer bewaffnete Soldaten sicherten Kreuzungen. Auch Nato-Soldaten der Schutztruppe Isaf patrouillierten durch die Straßen. Trotz der Ruhe in Kabul waren viele Einwohner noch immer wütend über das Verhalten der US-Soldaten nach einem tödlichen Verkehrsunfall am Montag. „Sie sorgen sich nur um ihre eigene Sicherheit“, sagte der 28-jährige Einwohner Abdul Karim. „Sie kümmern sich nur um sich.“

Zusammenstöße nach Unfall

Ein US-Soldat hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ein Dutzend Fahrzeuge gerammt. Mindestens fünf Afghanen starben. Danach kam es zu Zusammenstößen zwischen einer aufgebrachten Menschenmenge und den US-Soldaten und afghanischen Polizisten auf der anderen Seite. Dabei kamen nach jüngsten Angaben mindestens sieben Menschen ums Leben. „Die Amerikaner tragen die ganze Schuld“, sagte Tahir Murad. Der 50-jährige Bewohner Kabuls hatte den Unfall am Vortag mitangesehen. „Diese Art Zwischenfälle verstärken die Vorbehalte gegen die Amerikaner“, sagte er.

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