Wieder Demonstrationen gegen Terrorismus
Bilder vom Geiseldrama im TV gesendet

Ein russischer Fernsehsender hat vier Tage nach dem blutigen Ende des Geiseldramas in Beslan mit mehr als 300 Toten ein Terroristenvideo aus der Turnhalle der Schule gesendet. Auf dem vom halbstaatlichen Kanal NTW am Dienstagabend gezeigten Film ist zu sehen, wie die Geiselnehmer vermutlich wenige Stunden nach dem Überfall inmitten der gefangenen Menschen Sprengfallen in der Halle installieren.

HB MOSKAU. Die Kamera schwenkt über eine große Menschenmenge in der Halle. Von Panik sei nichts zu spüren, kommentierte NTW die Aufnahmen.

Der Sender machte keine Angaben, wie diese Bilder in seinen Besitz gelangten. Zu sehen ist auch eine der in schwarz gekleideten Selbstmord-Attentäterinnen, die einen Sprengsatz und eine Pistole in den Händen hält.

Nach dem Geiseldrama von Beslan hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB ein Kopfgeld in Höhe von umgerechnet 8,5 Mill. € auf die tschetschenischen Rebellenführer Aslan Maschadow und Schamil Bassajew ausgesetzt. Das teilte der Geheimdienst am Mittwoch in Moskau mit. Der Kreml macht den früheren tschetschenischen Präsidenten Maschadow und den Topterroristen Bassajew nicht nur für die Geiselnahme in Beslan, sondern auch für zahlreiche andere Terrorakte wie den zeitgleichen Absturz zweier Passagierflugzeuge verantwortlich.

Hunderttausende von Menschen gingen am Dienstag in ganz Russland aus Protest gegen den Terrorismus auf die Straße. Präsident Wladimir Putin sprach sich unterdessen gegen eine öffentliche Untersuchung des Geiseldramas im Nord-Kaukasus aus. Putin kündigte eine interne Aufarbeitung der Tragödie an. Gleichzeitig lehnte er Verhandlungen mit tschetschenischen Rebellen ab, die nach Ansicht Moskaus für die Tat von Beslan verantwortlich sind. Am frühen Abend sagte Putin seinen für Freitag und Samstag geplanten Deutschland-Besuch ab.

Putin besuchte am frühen Dienstagabend einen Gedenkgottesdienst für die Geiselopfer in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Moskau. Nach seiner Ankunft in dem Gotteshaus unweit der Lomonossow-Universität zündete er nach orthodoxem Brauch vier Kerzen für die Toten an.

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