Wieder Gedenken in Spanien
Spur der Madrid-Attentäter führt in sechs Länder

Die spanische Polizei verfolgt einen Monat nach den Terroranschlägen von Madrid bei der Fahndung nach den Hintermännern Spuren, die in sechs weitere Länder führen.

HB MADRID. Die Islamistische Gruppe Marokkanischer Kämpfer (GICM), die für das Blutbad von Madrid verantwortlich gemacht wird, könnte logistische und ideologische Unterstützung von radikalen Islamisten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Dänemark und Marokko erhalten haben, berichtete die Madrider Zeitung „El País“ am Montag unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Einer der Hauptverdächtigen sei der in Großbritannien lebende radikale Imam Ben Salawi, der Verbindungen zu der dem internationalen Netzwerk El-Kaida zugerechneten Organisation GICM haben soll. Der Ermittlungsrichter Juan del Olmo erließ am Montag Haftbefehl gegen den Marokkaner Fouad A., der zeitweise in Deutschland gewohnt hatte. Der 28-Jährige soll über sein Handy mehrfach mit den mutmaßlichen Attentätern telefoniert haben. In Darmstadt war vor drei Wochen eine Wohnung des Marokkaners durchsucht worden.

Die spanische Polizei nahm an den Osterfeiertagen im Zusammenhang mit den Attentaten sieben weitere Verdächtige fest. Drei der festgenommenen Nordafrikaner wurden wenig später wieder freigelassen, verlautete aus Ermittlerkreisen. Bei einem der Verdächtigen handele es sich vermutlich um den Bruder eines mutmaßlichen Terroristen, der sich am 3. April gemeinsam mit sechs Komplizen in die Luft sprengte. Ein großer Teil der Festnahmen erfolgte in Parla südlich von Madrid.

Außerdem weitete die Polizei die Fahnung nach dem mutmaßlichen Militärchef von El Kaida in Europa, dem Marokkaner Amer Azizi, aus. Azizi soll sich wenige Monate vor dem Madrider Attentat in der Türkei mit dem angeblichen Drahtzieher der Attentate, dem Tunesier Serkane Ben Abdelmajid, getroffen haben. Bei dem Treffen sei es um die Rekrutierung von „Gotteskriegern“ gegangen, berichtete die Zeitung „El Mundo“.

Die Behörden gehen zudem Hinweisen auf eine mögliche Verbindung zwischen den Attentätern und Drogenschmugglern an der südspanischen Küste nach. Sie untersuchen, ob der bei den Anschlägen verwendete Sprengstoff mit Geld aus dem Drogenhandel finanziert wurde. Bei den Anschlägen auf Madrider Vorortszüge waren am 11. März 191 Menschen getötet worden. Die Polizei nahm bisher 29 Verdächtige fest.

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