Wieder Schuldenschnitt für Griechenland Euro-Gruppen-Chef sorgt für neuen Ärger

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Troika bescheinigt Griechenland deutliche Fortschritte

Im Fall Griechenland kann Dijsselbloem indes auf eine Übereinkunft verweisen. Eine Prüfung, ob Athen bei Erfüllung aller Auflagen zu einem späteren Zeitpunkt weitere Erleichterungen erhalten soll, gehörte zur im vergangenen Winter getroffenen Vereinbarung auf das zweite Rettungspaket der Europartner.

Das hochverschuldete Griechenland hatte im Mai 2010 von EU und Internationalem Währungsfonds erste Notkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro erhalten, zudem verzichteten Privatgläubiger auf rund 107 Milliarden Euro ihrer Forderungen. Angesichts der desolaten Lage reichten die Hilfen jedoch nicht aus, im November 2012 wurde ein zweites Hilfspaket geschnürt. Dennoch steht eine Bewältigung der Schuldenlast für Athen in weiter Ferne.

Dessen ungeachtet bescheinigten die Euro-Finanzminister dem Krisenstaat Griechenland zuletzt deutliche Fortschritte. Obwohl noch einige "Meilensteine" bei den ausgemachten Reform- und Sparzielen ausstehen, gab die Eurogruppe grünes Licht für die nächsten 7,5 Milliarden Euro an Hilfskrediten. Die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hatte dem Land bescheinigt, die geforderten Spar- und Reformziele dafür umgesetzt zu haben.

Der FDP-Finanzexperte Schäffler kritisierte dagegen, dass Griechenland Hilfen erhält, obwohl es mit seinen Privatisierungen nicht substanziell vorankomme. Kritisch sieht er auch, dass die EU-Finanzhilfen erst in 30 Jahren, also im Jahr 2043, zurückgezahlt würden. „Wütend macht mich, dass bei der letzten griechischen Schuldenrestrukturierung vereinbart wurde, dass die Zinsen für das Darlehen für 10 Jahre gestundet werden“, sagte Schäffler Handelsblatt Online. Zusammen mit den Privatisierungsausfällen bauten sich dadurch „enorme stille Lasten“ auf, die vom EU-Statistikamt Eurostat nicht auf den Staatsschuldenstand Griechenlands angerechnet würden.

Hintergrund ist, dass nach den milliardenschweren Rettungspaketen für Griechenland die EU-Partner der Regierung in Athen schon mit länger laufenden Krediten und geringeren Zinsen entgegengekommen sind, weil das südeuropäische Land seit Jahren nicht aus der Rezession kommt. Griechenland war das erste Land, dem der Kollaps drohte. Die Hellenen hatten mit insgesamt gut 240 Milliarden Euro das mit Abstand größte Rettungspaket benötigt. Gut 200 Milliarden Euro wurden davon bereits abgerufen.

  • dne
  • afp
  • rtr
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87 Kommentare zu "Wieder Schuldenschnitt für Griechenland: Euro-Gruppen-Chef sorgt für neuen Ärger"

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  • da zeigt sich die hochqualifizierte und nachhaltige Routinerettung unserer rettungspfeifen.

  • @Eddie Fredi graete Freidenker/in Müller_Luedenscheid Netzschatten Shadhajuuhpioky

    ... und täglich grüßt das Murmeltier

  • Ehrlich gesagt erkenne ich nicht wirklich viel von einem Europa ausser einer gemeinsamen Währung und Milliardenschwere "Rettungskredite". Ausser mit der EZB scheint die europäische Politik mit Ihren Vertretern überhaupt nicht präsent zu sein!! Wann stellt sich schon mal ein Europäischer Abgeordneter für Rede und Antwort ?? Ich finde das a)unprofessionell und b)feige . Dabei werden wir mit Werbung schier überflutet, aber suchen Sie mal nach einem Konzeptchen Europa oder nach Europäischer Politik. Ich meine die EU verkommt zum Finanzbuchhalter von Unternehmen, die weiss Gott nicht ohne Hilfkredite in Milliardenhöhe überlebt hätten (Automobil-Industrie, Banken- Hilfskredite). Die Einschätzung von seriösen unabhängigen Wirtschaftsanalysten sind deckungsgleich: Europa ist und bleibt ein Konsummarkt gegenüber den Produktionsmärkten in Fernost und Lateinamerika.

  • Aus dem Buch: "Die wahre Griechenland Lüge" von Matthias Braunmar - Braunmar.Blogspot.com

    Realistischer Weise sollten wir davon ausgehen, dass die griechische Bevölkerung in absehbarer Zeit nein zu der Bevormundung durch die Troika sagen wird. Für mich ist das nur noch eine Frage der Zeit. Die griechische Bevölkerung hat bereits alle entsprechenden Maßnahmen eingeleitet. Die in Zypern durchgeführten Maßnahmen zur Beschränkung des Kapitalverkehrs wirkten in Griechenland wie eine letzte Warnung. Schon vorher flossen monatlich mehr als 20 Milliarden Euro private Einlagen von griechischen Banken ab. Nicht nur die Superreichen fingen schon vor 2012 an ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
    Die griechische Bevölkerung schaffte ihr Vermögen bereits in erheblichem Umfang ins Ausland oder hortet es als Bargeld. Jeder möchte soviel Euros wie möglich haben, wenn die Drachme zurückkommt.
    Um welche Summen es sich genau handelt, ist statistisch nicht seriös erfassbar. Sicher ist aber, dass ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone keinen Griechen überraschen würde. Der überwältigende Teil der Bevölkerung ist vorbereitet.
    Trotzdem ist uns in Deutschland zu diesem Thema offiziell ein Denk- und Redeverbot verordnet worden. Zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen, soweit es unsere Politiker betrifft.



    Matthias Braunmar (Braunmar.blogspot.com)
    Autor des Buches: Die wahre Griechenland Lüge

  • SayTheTruth - guter Artikel

    Die Stimmen, die die Märchen der Politiker und Medien zerlegen, werden immer lauter. Es muss fatal für die Euromanen sein, wenn sich jemand wie Dijsselbloem verplappert und ausspricht, was längst allen klar ist.

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