Wieder Tote in Bagdad
Das Blutvergießen findet kein Ende

Am Montag sind im Irak wieder dutzende Menschen bei mehreren Selbstmordanschlägen getötet worden. Auch ein britischer Soldat kam ums Leben. Er wurde in der südirakischen Hafenstadt Basra erschossen.

HB BAGDAD. In Ramadi kamen bei drei Explosionen 20 Menschen ums Leben. In Bakuba riss ein Attentäter mit einer Autobombe zehn Polizisten mit in den Tod. Bei Mossul detonierte eine in einem Fahrzeug versteckte Bombe vor dem Büro einer Kurdenpartei und tötete zehn Menschen. Nahe der schwer befestigten „Grünen Zone“ in Bagdad, in der sich viele Regierungsgebäude und die US-Botschaft befinden, sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Restaurant in die Luft. Dabei kamen sechs Menschen ums Leben. Polizeiangaben zufolge wurden bei den Attentaten mindestens 89 Menschen verletzt.

In Basra ist zudem ein britischer Soldat bei einer Schießerei während einer Routinepatrouille gestorben, erklärte das britische Verteidigungsministerium. Erst vor drei Tagen hatten Aufständische zwei britische Soldaten getötet. Die Zahl der britischen Toten seit Beginn der Irak-Invasion 2003 stieg damit auf 145.

Angesichts der anhaltenden Gewalt bezeichnete der neue US-Botschafter in Bagdad, Ryan Crocker, die kommenden Monate als entscheidend für die Zukunft des Landes. Die führenden Politiker dürften Niederlagen rivalisierender Kräfte nicht länger als eigene Erfolge verbuchen, sagte der US-Gesandte bei seiner ersten Pressekonferenz in Bagdad. Crocker hatte seinen Posten in Bagdad im März angetreten. Er bezeichnete die Welle von Selbstmordattentaten und Autobomben in den vergangenen Wochen als Versuch der Extremistenorganisation Al-Kaida, neue Gewalt zwischen den Religionsgruppen zu stiften.

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki forderte das US-Militär auf, den Bau einer umstrittenen Betonmauer zum Schutz eines sunnitischen Viertels in Bagdad zu stoppen. Der Streit um die fünf Kilometer lange und 3,50 hohe Mauer um den Bagdader Stadtteil Adhamija wurde während eines Besuchs von Maliki in Ägypten am Sonntag Thema auf höchster politischer Ebene. Das Bauwerk wecke ungute Erinnerungen an andere Mauern, sagte Maliki. Bewohner Adhamijas hatten die Mauer um das auf drei Seiten von schiitischen Gegenden umgebene sunnitische Viertel mit dem israelischen Schutzwall zum Westjordanland verglichen.

Crocker sagte dazu, die Wünsche der irakischen Regierung würden berücksichtigt, wich aber einer direkten Aussage zum Stand des Mauer-Projekts ebenso wie andere US-Vertreter aus. Ein US-Militärsprecher sagte, der Bau von Schutzbarrieren in Bagdad gehe auf einen Vorschlag des irakischen Militärs zurück und sei von der Regierung in Bagdad genehmigt worden.

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