Wiederaufbauminister kritisiert allerdings deutsche Wiederaufbauteams
Afghanische Regierung verteidigt Bundeswehr-Einsatz

Die afghanische Regierung hat den Bundeswehr-Einsatz in Nord-Afghanistan vehement gegen Zweifel besonders aus Union und FDP verteidigt. Ein Ende der deutschen Einsätze in Kundus und Feisabad „wäre sehr unglücklich“, sagte der stellvertretende Präsidentensprecher Chalik Ahmad in Kabul.

HB BERLIN. „Die Wiederaufbauteams bringen Sicherheit und Stabilität in die Provinzen, das ist das letzte, was Sie den Menschen dort wegnehmen wollen.“ Die Wiederaufbauteams (PRT) müssten ausgebaut statt abgezogen werden. Angesichts der Präsidentenwahl am 9. Oktober und der für April geplanten Parlamentswahl brauche Afghanistan Sicherheit so dringend wie nie zuvor, sagte Ahmad.

Die afghanische Regierung und das afghanische Volk hätten lange für die Ausweitung der Internationalen Schutztruppe ISAF über die Hauptstadt Kabul hinaus gekämpft. „Die Soldaten wieder zurück nach Kabul zu bringen, löst überhaupt keine Probleme.“ Der ISAF-Einsatz in den Provinzen sei „sehr wichtig“.

Politiker von Union und FDP hatten in der „Berliner Zeitung“ bezweifelt, ob sie einem weiteren Einsatz deutscher Soldaten in Kundus und Feisabad zustimmen sollten. Der Grünen- Abgeordnete Hans-Christian Ströbele sagte dem Blatt, auch er sehe die Verlängerung mit großer Skepsis. Der Bundestag stimmt im Oktober über die Verlängerung des Mandats ab.

Nach Unruhen in der Stadt Feisabad hatte der afghanische Wiederaufbauminister Mohammed Amin Farhang die Arbeit der Wiederaufbauteams in seinem Land kritisiert. Die Teams ziehen sich dann zurück, wenn es ernst wird, sagte er in einem Interview. Er habe den Eindruck, dass sich die Teams in vielen Teilen Afghanistans zurückzögen, wenn es in Sicherheitsfragen ernst werde, sagte Farhang im Deutschlandfunk. „Das finde ich nicht gut.“ Er sei dafür, „dass man, wenn man so viel ausgibt und so viel Mühe auf sich nimmt, dann muss man auch entsprechende wirksame und gute Konzepte entwickeln“.

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