Wiederaufnahme der Uran-Anreicherung erwägt
Iran droht der Atomaufsicht

Sollte die Atomaufsichtsbehörde IAEA den Iran weiter vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) bringen wollen hat die Regierung in Teheran mit einseitigen Schritten gedroht.

HB TEHERAN. Der Iran kündigte indirekt an, die Arbeiten zur Uran-Anreicherung wieder aufzunehmen und unangemeldete Kontrollen internationaler Inspektoren in den Nuklearanlagen des Landes zu unterbinden. Sollte der IAEA-Beschluss zur Überweisung an den Sicherheitsrat nicht rückgängig gemacht werden, werde der Iran alle „freiwilligen und vorübergehenden Maßnahmen einstellen müssen, darunter auch die Umsetzung des Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag“, hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung des iranischen Außenministeriums.

In dem Zusatzprotokoll ist die Möglichkeit zu unangemeldeten Kontrollen der iranischen Nuklearanlagen durch UN-Waffeninspektoren festgeschrieben. Zu den freiwilligen Maßnahmen des Iran gehört vor allem auch, die Arbeiten zur Uran-Anreicherung auszusetzen.

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Samstag auf Initiative der Europäischen Union (EU) beschlossen, den Atomstreit mit dem Iran zu einem späteren Zeitpunkt an den UN-Sicherheitsrat zu überweisen. Dieses höchste UN-Gremium könnte Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängen. Die EU und die USA verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Atomenergie nach Nuklearwaffen zu streben. Dies hat die Regierung in Teheran wiederholt bestritten.

Monatelange Verhandlungen zwischen der EU und dem Iran waren gescheitert, als der Iran im August seine Arbeiten zur Uran-Umwandlung wieder aufgenommen hatte. Die Uran-Umwandlung ist ein Vorbereitungsschritt vor der Anreicherung des radioaktiven Elements. Uran kann je nach Anreicherungsgrad für Atomkraftwerke oder Atomwaffen verwendet werden.

Am Montag hatte der Iran zunächst zurückhaltender auf den IAEA-Beschluss reagiert, als westliche Diplomaten erwartet hatten. Der iranische Vizepräsident Gholamresa Aghasadeh verurteilte zwar den Beschluss wegen der seiner Meinung nach „ungültigen Rechtslage“. Er unterließ es jedoch zunächst, die Wiederaufnahme der Uran-Anreicherung anzukündigen. Damit hatte die iranische Delegation schon vor der Entscheidung der IAEA gedroht. Aghasadeh warnte allerdings vor einer Eskalation, wenn der Fall schließlich tatsächlich vom Sicherheitsrat behandelt werden sollte.

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