Wikileaks-Enthüllungen CIA warnt vor Sicherheitsrisiko für US-Bürger

Die neueste Wikileaks-Enthüllung sorgt für Aufregung: Trumps Sprecher Spicer droht mit harten Maßnahmen gegen Informanten. Laut CIA sollte die Bevölkerung „stark beunruhigt“ sein. Tech-Konzerne sind entspannter.
Update: 09.03.2017 - 04:49 Uhr 1 Kommentar
Wikileaks hatte am Dienstag nach eigenen Angaben Tausende Dokumente über Abhörverfahren und -methoden des Geheimdienstes ins Netz gestellt. Quelle: Reuters
Wikileaks

Wikileaks hatte am Dienstag nach eigenen Angaben Tausende Dokumente über Abhörverfahren und -methoden des Geheimdienstes ins Netz gestellt.

(Foto: Reuters)

Washington/Mountain ViewUS-Präsident Donald Trump ist einem Sprecher zufolge „extrem besorgt“ über das Datenleck bei der CIA, das die jüngsten Wikileaks-Enthüllungen ermöglicht habe. Präsidialamtssprecher Sean Spicer kündigte am Mittwoch zudem ein hartes Vorgehen gegen Informanten an: „Bei jedem, der vertrauliche Informationen weitergibt, wird die volle Härte des Gesetzes angewandt“, sagte er. Wikileaks hatte am Dienstag nach eigenen Angaben mehr als 8000 Dokumente enthüllt, in welchen ein Programm beschrieben wird, mit dem sich die CIA unter anderem in Smartphones, Fernsehgeräte mit Internet-Zugang und Bordcomputer von Autos hacken konnte.

Laut CIA sollte die amerikanische Bevölkerung nach den jüngsten Wikileaks-Enthüllungen „stark beunruhigt“ sein. Die Enthüllungen setzten nicht nur die Sicherheit von Mitarbeitern und Einsätzen der USA aufs Spiel, hieß es in der Mitteilung vom Mittwoch. Auch würde dadurch Gegnern die Chance gegeben, das Land und seine nationale Sicherheit anzugreifen.

Der Geheimdienst bestätigte allerdings nicht, ob die Unterlagen gestohlen worden sind. Zudem werde sich die CIA nicht zur Echtheit der Dokumente oder dem Fortschritt der Suche nach der mutmaßlichen Quelle äußern, sagte Sprecherin Heather Fritz Horniak.

In der Folge des Geschehens griff Sean Spicer auch die E-Mail-Enthüllungen von Hillary Clinton auf. Die Veröffentlichungen von mutmaßlichen CIA-Spionagetechniken und dem Inhalt von Clinton E-Mails sei nach Ansicht des Weißen Hauses nicht vergleichbar. Dazwischen gebe es einen „gewaltigen, gewaltigen Unterschied“, sagte Spicer.

Es gebe einen großen Unterschied zwischen der Veröffentlichung dieser Informationen und dem Hackerangriff auf das E-Mail-Konto von John Podesta, der Clintons Wahlkampagne leitete, und anderen Mitgliedern der demokratischen Parteiführung, so Spicer weiter.

Die Enthüllungen der E-Mails hatten im vergangenen Jahr für Wirbel im Wahlkampf gesorgt. Trump hatte während seiner Kampagne noch gesagt „Ich liebe Wikileaks“ und die Bekanntmachung der E-Mails von Mitarbeitern um Clinton durch die Plattform gelobt.

Ähnlich wie Apple sieht auch Google viele Sicherheitslücken aus den von Wikileaks veröffentlichten CIA-Unterlagen schon gestopft. „Wir sind sicher, dass Sicherheits-Updates und Schutzmechanismen in Chrome und Android die Nutzer bereits vor den mutmaßlichen Schwachstellen schützen“, erklärte der Internet-Konzern in der Nacht zum Donnerstag. Zugleich werde die Veröffentlichung weiter ausgewertet. Google werde alle weiteren nötigen Schutzmaßnahmen ergreifen.

Ähnlich hatte sich zuvor nach einer ersten Analyse auch Apple im Bezug auf sein iPhone-Betriebssystem iOS geäußert. Das bei Google entwickelte Android ist das dominierende Smartphone-System mit einem Marktanteil von derzeit mehr als 80 Prozent.

Laut den von Wikileaks veröffentlichten CIA-Papieren setzt der US-Auslandsgeheimdienst auch auf bisher nicht öffentlich bekannte Schwachstellen in Software von Smartphones oder Computern, um sich Zugriff auf die Geräte zu verschaffen. Die Echtheit der mehr als 8000 Dateien bei der Enthüllungsplattform wurde zwar nicht offiziell bestätigt, aber Experten halten sie für glaubwürdig.

Die wichtigsten Themen in Trumps Rede
Einwanderung
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Bei der Einwanderung kündigt Trump neue Maßnahmen an, „um diejenigen draußen zu lassen, die uns schaden würden“. Seine Regierung arbeite daran, die Sicherheitsüberprüfungen zu verbessern. Denn die allermeisten Personen, die seit den Anschlägen am 11. September 2001 wegen Terrorverdachts belangt wurden, seien aus dem Ausland gekommen. Die USA dürften nicht zur „Zufluchtsstätte für Extremisten“ werden.

Grenze zwischen Mexiko und USA
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Die USA sollten nach Trumps Meinung davon wegkommen, wenig ausgebildete Einwanderer aufzunehmen und stattdessen ein leistungsabhängiges System schaffen. Bei der Reform der Einwanderungspolitik könnten Republikaner und Demokraten zusammenarbeiten, solange es dabei um eine Verbesserung bei Arbeitsplätzen, Löhnen und der Sicherheit des Landes gehe. Der Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko werde bald beginnen, bekräftigt Trump. In seinem Wahlkampf hatte er erklärt, Mexiko werde für die Kosten für die Sperranlage aufkommen, in seiner Kongressrede äußert er sich dazu nicht.

Gesundheitsreform
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Trump ruft den Kongress auf, die von seinem Vorgänger Barack Obama eingeführte Gesundheitsreform aufzuheben. Obamacare müsse ersetzt werden. Reformen sollten dazu dienen, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Auch bereits erkrankte Menschen müssten Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Der Präsident verspricht Steuergutschriften und Ersparnisse für Menschen, die eine Krankenversicherung abschließen. Mittels einer Gesetzesreform sollen Patienten und Ärzte vor unnötigen Kosten bewahrt werden, die die Versicherung verteuern würden.

Steuern
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Trump verspricht abermals eine „historische“ Steuerreform, die die Unternehmenssteuer senken und die US-Firmen weltweit wettbewerbsfähiger machen soll. Außerdem soll die Mittelschicht durch „massive“ Steuererleichterungen entlastet werden. Details bleibt Trump erneut schuldig. Auch zur Grenzausgleichsteuer, dem Herzstück des republikanischen Vorschlages im Repräsentantenhaus, äußert er sich nicht.

Infrastruktur
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Der Kongress soll um Zustimmung zu Investitionen in die Infrastruktur in Höhe von einer Billion Dollar gebeten werden. Finanzieren will Trump dies über den öffentlichen und privaten Sektor. „Kauft amerikanisch“ und „Stellt amerikanisch ein“ seien die Grundprinzipien, sagt der Präsident.

Verteidigungsausgaben und Außenpolitik
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Trump stellt dem Kongress einen Verteidigungsetat in Aussicht, der das Militär wiederaufbauen soll. Es werde einer der größten sein, den es jemals gegeben habe. Den Verbündeten der USA – auch den muslimischen – sagt Trump zu, im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat zusammenzuarbeiten und die Extremistenmiliz zu zerstören. Den IS bezeichnet er als „ein Netzwerk gesetzloser Wilder“. Der Nato sichert Trump die Unterstützung der USA zu, allerdings müssten die Verbündeten ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen. Israel versicherte er abermals der „unverwüstlichen Allianz“ der USA.

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1 Kommentar zu "Wikileaks-Enthüllungen: CIA warnt vor Sicherheitsrisiko für US-Bürger"

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  • "Laut CIA sollte die amerikanische Bevölkerung nach den jüngsten Wikileaks-Enthüllungen „stark beunruhigt“ sein."

    Ist die amerikanische Öffentlichkeit eventuell auch beunruhigt, dass der eigene Fernseher oder das Smart-Phone als Abhörgerät umfunktioniert sein könnte?

    Da fällt mir ein: Amerikaner dürfen nicht vom CIA abgehört werden, das verbietet das Gesetz.
    Aber welcher Dienst übernimmt dann?

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