Wikileaks-Enthüllungen

Datenleck stürzt US-Diplomatie in Vertrauenskrise

Diplomaten sagen privat wohl immer unhöfliche Dinge über einander, und das dürften die Staatsvertreter wohl auch wissen. Neben dem Vertrauensbruch durch die Enthüllungen der Internetplattform Wikileaks sehen sich die USA allerdings Zweifeln ausgesetzt, ob sie brisante Daten überhaupt sicher verwalten können. Besonders deutlich wurde ausgerechnet ein ehemaliger US-Botschafter.
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Der ehemalige Botschafter der USA in Deutschland, John Kornblum, glaubt nach den Enthüllungen der Internetplattform Wikileaks an einen Vertrauensbruch in den deutsch-amerikansichen Beziehungen. Quelle: dpa

Der ehemalige Botschafter der USA in Deutschland, John Kornblum, glaubt nach den Enthüllungen der Internetplattform Wikileaks an einen Vertrauensbruch in den deutsch-amerikansichen Beziehungen.

(Foto: dpa)

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Nach außen bemüht sich die Bundesregierung Wikileaks-Enthüllungen von US-Depeschen mit kritischen Äußerungen über deutsche Spitzenpolitiker um Fassung. Doch der Tag, an dem öffentlich wurde, wie die Vereinigten Staaten über deutsche Politker denken, stellt eine Zäsur in den Beziehungen zwischen Berlin und Washington dar.

Das Verhältnis zwischen beiden Staaten „ist robust, fest und in keiner Weise durch diese Veröffentlichungen getrübt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Zwischen beiden Ländern gebe es eine in Jahrzehnten gewachsene tiefe Freundschaft, die auf solch gemeinsamen Werten beruhe, „dass sie durch diese Veröffentlichungen nicht ernsthaft beschädigt wird“. Die Bundesregierung bedauere die illegale Veröffentlichung der Dokumente, sagte Seibert. Die Unterlagen würden eingehend geprüft.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Peschke, sagte, es sei nicht auszuschließen, dass durch die Veröffentlichung die Sicherheit der Bundesrepublik oder ihrer Verbündeter beeinträchtigt werden könne. Auf die Frage, nach welchen Kriterien deutsche Diplomaten arbeiteten, sagte Peschke, die deutschen Diplomaten arbeiteten sachorientiert, analytisch und im Interesse der Bundesrepublik.

Auch Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sieht das deutsch-amerikanische Verhältnis durch die jüngsten Wikileaks-Enthüllungen von US-Depeschen zwar nicht belastet, erwartet jedoch Auswirkungen auf die diplomatischen Umgangsformen. Das Verhältnis sei stabil, sagte er am Montag in Berlin. Allerdings werde sich jeder überlegen, wem er in Zukunft welche Dinge ganz offen sage.

Niebel sah auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nicht geschwächt. Er wundere sich über die Aufgeregtheit. „Man hätte genauso gut den 'Spiegel' der letzten drei Monate veröffentlichen können. Das hätte ähnliche Inhalte mit sich gebracht“, sagte Niebel. „Das eigentlich Interessante an dem Thema ist die Frage von Datensicherheit, Datenschutz und dem Umfang, in dem Daten gesammelt werden.“ Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte zu den Veröffentlichungen: „Das zeigt, dass man kaum Gespräche führen kann, die nicht öffentlich werden. Man kann damit leben. Man muss es nur wissen.“

Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, hat dagegen unverblümt von einem Vertrauensbruch in den deutsch-amerikanischen Beziehungen gesprochen. „Diplomatie (...) muss auf der Basis von Vertrauen funktionieren und wenn das Vertrauen gebrochen ist, was jetzt der Fall ist, dann muss man fast bei Null wieder anfangen“, sagte Kornblum am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“.

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  • [6] Margrit Steer: "Denn unsere Politiker der letzen 20 Jahren sind im Grunde genommen Volksverräter"

    Das hat (mal abgesehn davon, dass dies eine wohl relativ unbedachte, und überlegte Aussage ist) recht wenig mit dem Thema zu tun.

    Die Vereinigten Staaten werden sehr wohl einigermaßen frostige, außenpolitische Tage erleben. Wenn es nicht sogar zur Schließung einiger bootschaften kommt.
    Es könnte allerdings sein, dass durch diese bloßstellung, die amerikanische Außenpolitik, sowie die Selbstdarstellung einen Wandel erlebt.
    Wobei ich ehrlichgesagt nur darauf hoffe... ...wissentlich, dass dies in absehbarer Zeit nicht der Fall sein wird.

  • im Grunde handelt es sich um durchaus faire, genau richtig liegende Charakter-Einschätzungen, sich mit der Meinung der meisten bürger decken. Es schadet den Politikern nichts, einmal zu erfahren, was man wirklich von ihnen hält. besonders unseren inkompetenten deutschen Schwachköpfen tut dies gut.

  • Warum soll die US-Politik anders sein als die US-Wirtschaft?

    Die US-Wirtschaft ist korrupt und verlogen, indem sie die Wettbewerber seit Jahrzehnten erpresst:
    Ausschreibung der Tankflugzeuge boeing gegen Airbus mit korrupten Methoden ist das jüngste beispiel.

    SAP ist ein weiteres beispiel für die völlig unangemessene und räuberische Rechtsprechung in den USA. 1,3 Mia Dollar Strafen für ein der Firma Oracle angeblich entgangenes Geschäftsvolumen zu verlangen, kennzeichnet den immer rigoroser und ohne Rücksicht auf das reale Wirtschaftsgeschehen operierenden juristischen Krieg der USA gegen den Rest der Welt. Die Strategie der Firma Oracle ist extrem agressiv und könnte sogar ein abgekartetes Spiel zwischen tomorrow-now und den US- Softwarefirmen sein, die tomorrow-now “betreut“.

    Weitere beispiele gibt es auf dem Gebiet der US- Produkthaftung gegen deutsche und japanische Autofirmen. Audi im Falle der behaupteten und nie nachweisbaren “sudden acceleration“ mit 50% Geschäftsrückgang durch Rufschädigung oder Toyota mit dem behaupteten bremsenversagen mit der Folge von 30% Umsatzeinbruch, das wie bekannt auf Fahrfehler der US- Kläger zurückzuführen war.

    Wer ist eigentlich Auslöser der aktuellen Weltfinanzkrise? Waren es nicht US-banken (Leman & Co.) die dem Rest der Welt wissentlich faule oder toxische “Wert“-Papiere angedreht haben ? Gegen diese banken sollten wir nunmehr mit gleicher Rigorosität vorgehen. Der Rest der Welt könnte im Gegenzug auch durch entsprechende wirtschaftliche Sanktionen gegen die USA aktiv werden, wenn diese juristischen Feldzüge der USA zu offensichtlich werden….. und die US-Politik steht der Wirtschaft in nichts nach, wie die Veröffentlichungen aus Wickileaks zeigen.

  • Wie solche Leute sich benehmen und sie haben alle ein Universität besucht, Menschen sind sowieso blöd.

    Staatliche Anarhie.

  • ..... „Die Ära, wo man vertraulich miteinander spricht und sagt: 'Keine Sorge, das wird nicht in die Zeitung kommen', die ist vorbei.“
    --------------------

    in der Sendung Anne Will, die ja sonst immer dämlich ist, wurde gestern aber auch gesagt, die vertrauliche Diplomatie zwischen Deutschland und den USA und anderen sei seit Helmut Schmidt vorbei. ich glaube, Kornblum sagte es.
    Und ich glaube, das stimmt.
    Kohl war ein Provinzler und Schwätzer und Merkel ist nun alles andere als eine gute Politikerin, im Gegenteil, alles was Deutschland schadet macht sie.
    Nicht umsonst wird sie ja auch als wenig kreativ bezeichnet
    Und ihr Hinten-Rein-Kriechen bei bush war schon mahr als ekelhaft.
    Und das ist nur der Anfang, wer weiß, was noch kommt.
    ich sehe das sogar positiv. Vielleicht ist das mal eine Lehrstunde für unsre Politiker, die ja seit Jahren Politik gegen das Volk machen.
    Und das hündische Gekrieche von Merkel vor den USA kommt sicherlich nicht immer gut an.
    Unter Freunden muß auch mal ein Nein akzeptiert werden.
    Es wird Zeit, dass Deutschland mal wieder etwas mehr Selbstbewußtsein an den Tag legt.
    Denn unsere Politiker der letzen 20 Jahren sind im Grunde genommen Volksverräter

  • Politische Korrektness wird zu oft falsch verstanden und ist doch oft verlogener!!!

    Hi Mariana auch scho wach:-)))

  • Vor zig Jahren sagte mal ein bankangestellter zu mir ,dass eine Nonne 5000 DEM verdient.

    Er hatte diese Daten aus den Kontobewegungen abgelesen.

    Jede Email liest der Admin mit, jedes Telefongespräch, ich sage schon lange dass mein Telefon abgehört wird.

    Doch die Auswertung dieser Daten ist das Entscheidende. Jeder interpretiert das auf seine eigene Art und Weise.
    Und das Verwenden gegen die bürger und alle Menschen, das ist erst der eigentliche Knackpunkt.

    Die Regierungen arbeiten in dieser Hinsicht noch souverän.

    Die Schicht die dazwischen steckt, und das ist es was ich immer betont habe, diese unbekannte Schicht, die sich dort immer schon befunden hat.

    Am Donnerstag kommt der Film zum Thema: Warum der bundesnachrichtendienst den irakkrieg befürwortet und gesteuert hat und dieser Meinungsbilder und informant eingesetzt wird, naja ist wieder nur ein Filmchen, doch genau das Thema trifft den Nagel auf den Kopf.

    Wer sind die Drahtzieher im Hintergrund?
    Und oft landen sie beim kleinen Sachbearbeiter, der lediglich seine Meinung kundtat.

    So hat es den Anschein. Doch stimmt das wirklich? Dieser Sachbearbeiter plappert ja auch nur nach was er hört und sieht. Die psychologische beeinflussung ist gesteuert.

    Deutschland sollte sich schleunigst aus dem Aghanisthan Krieg zurückziehen, falls das überhaupt noch möglich ist.

    Dieser Krieg ist destruktiv und die Wirtschaftsinteressen scheinen mehr und mehr im Vordergrund zu stehen. Hinterher gibt es nur Scherben genauso wie im irakkrieg. Hat es was gebracht?

  • Werden die - höchst illegalen - Aktionen aus dem Department der Hillary Clinton irgendwelche Konsequenzen haben?

    Oder wird wieder einmal alles unter den Tisch gekehrt?

    War es nicht offensichtlich, dass die Regierungen unisono Aktivitäten verurteilen, die dem "Normalbürger" einen blick auf den Misthaufen gewähren, der sich hinter den auf Hochglanz polierten Fassaden unserer Saubermänner verbirgt?

  • Die Aufregung der 'betroffenen' und deren Reaktion auf die Wikileaks u.a. die Sicherheit der bundes-republik ist bedroht, folgen immer dem gleichen Schema:Viel Geschrei um Nichts! Es sind schon bei bND-Publikationen berichte von Agenten zitiert worden, die viele 'Peinlichkeiten' enthüllten,die sich aber die Agenten ausgedacht haben, um in Pullach zu punkten. Die Wikoleaks sind anderer Qualität:Die US-Dossiers über einzelne deutscher Politiker stimmen en detail. Das ist die wirkliche Tragödie!

  • Was ist eigentlich los mit Orthografie und Grammatik beim Handelsblatt? Darüber wundere ich mich schon seit längerem...

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