Wikileaks-Gründer Assange beantragt politisches Asyl

Der Gründer der Enthüllungsplattform kämpft mit allen Mitteln gegen seine Abschiebung aus Großbritannien nach Schweden, wo ihm sexuelle Nötigung vorgeworfen wird. In London hat er jetzt die Behörden überrascht.
Update: 20.06.2012 - 12:32 Uhr 20 Kommentare

Assange beantragt Asyl in Ecuador

London/StockholmWikileaks-Gründer Julian Assange ist im Kampf gegen seine Auslieferung nach Schweden in die Botschaft von Ecuador in London geflohen. Der 40 Jahre alte Australier, der seit einem Jahr unter strengen Auflagen in Großbritannien lebt und dort vor einer Auslieferung nach Schweden steht, habe politisches Asyl beantragt, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño auf einer Pressekonferenz in Quito.

Die britischen Behörden haben Assange mit einer Festnahme gedroht, sobald er die Botschaft Ecuadors in London verlassen sollte. „Er ist für die Verletzung der Auflagen zu verhaften“, sagte eine Sprecherin der Londoner Polizei.

In Schweden hat Assange Überraschung und Verwunderung ausgelöst. Im Rundfunksender SR sagte sein schwedischer Anwalt, Thomas Olsson, er sei „total überrascht“. Weitere Kommentare könne er erst abgeben, wenn er über „ausreichend Informationen“ verfüge. Die zuständige Staatsanwältin Marianne Ny wollte den Asylantrag von Assange nicht kommentieren.

Assange ist Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Er steht im Verdacht, in Schweden zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall sogar vergewaltigt zu haben. Er versucht seit mehr als einem Jahr, seine Auslieferung in das skandinavische Land zu verhindern. Den Instanzenweg in Großbritannien hat er seit vergangener Woche erfolglos ausgeschöpft.

Ecuadors Außenminister kündigte an, das Gesuch von Assange zu prüfen. Der Australier, der mit zahlreichen Veröffentlichungen vor allem zum Nachteil der USA für Aufsehen gesorgt hatte, befürchtet eine Auslieferung von Schweden in die USA. Ihm würde dort die Todesstrafe drohen, hatten seine Anwälte wiederholt argumentiert.

Die Staatsanwaltschaft in Göteborg hatte 2010 einen internationalen Haftbefehl gegen Assange ausgeschrieben, um ihn für ein Verhör über die Vorwürfe der Frauen nach Schweden zu zwingen.

In Washington wollte man sich zu der neuen Entwicklung in dem Fall nicht äußern. „Das ist Sache Großbritanniens und Schwedens und Ecuadors“, heißt es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.

In der Begründung seines Asylantrags, den der Minister in Quito verlas, macht Assange geltend, er sei von seinem Heimatland Australien im Stich gelassen worden. Er werde verfolgt, weil er Informationen veröffentlicht habe, die die Mächtigen kompromittierten, weil er die Wahrheit publiziert habe und damit Korruption und ernste Menschenrechtsverletzungen in aller Welt enthüllt habe, heißt es in der Begründung.

Die australische Regierung bezeichnete den Asylantrag als private Angelegenheit des Internetaktivisten. „Herr Assange wird Entscheidungen im eigenen Interesse so treffen, wie er es sieht“, sagte der amtierende Regierungschef Wayne Swan in Canberra. Man werde ihm „größtmögliche Unterstützung zukommen lassen, wie es bei jedem australischen Staatsbürger im Ausland normal ist“.

Kritik an der Regierung kam vom australischen Grünen-Senator Scott Ludlam. „Dieser jüngste Schritt von Herrn Assange zeigt, dass er kein Vertrauen in die Bereitschaft der australischen Regierung hat, einzuschreiten und ihn vor einer Strafverfolgung durch die USA zu schützen“, sagte er.

Wikileaks-Gründer darf nach Schweden ausgeliefert werden

Nach Angaben von Wikileaks über den Kurznachrichtendienst Twitter bietet Ecuador Assange bereits seit November 2010 politisches Asyl an. Assange könnte mit dem Schachzug gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen haben, mit denen er seit mehr als einem Jahr die britische Auslieferungshaft umgeht.

  • dapd
  • rtr
  • dpa
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20 Kommentare zu "Wikileaks-Gründer: Assange beantragt politisches Asyl in Ecuador"

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  • Im Gegensatz zu Breivik hat Assange nur das Leben von Amis und Bundeswehrfaschos gefährdet. Die hätten sich ihren Pass und ihren Beruf jederzeit anders aussuchen können. Die Schweden werden Assange ermorden! Jede Wette!

  • Wenn Sie den Kondomgebrauch verspotten, dann wundere ich mich über Ihre Einstellung gegenüber Frauen. Bei Bond gabs noch kein Aids und man sieht auch bei heutigen Thrillern keinen Kondomgebrauch. Wenn Sie einer Frau, die sich ausdrücklich geschützten Sex wünscht, ungeschützten Sex aufzwingen, dann ist das illegal. Die schwedischen Frauen verlangten nur Assange solle sich einem HIV-Test unterziehen. Vor den Medien stellte er sich dramatisch als Opfer hin. Ohne das Theater wäre alles mit einer kleinen Geldstrafe erledigt gewesen. Vielleicht brauchte er die gratis-Reklame?

  • Zuerst einmal geht es hier immer noch um den Vorwurf der Nötigung und Vergewaltigung, der geklärt werden muss. Es lässt tief blicken, dass die Assange-Jünger die Möglichkeit, dass die Ermittlungen zu Lasten Assanges resultieren könnten, in ihrer Argumentation völlig übergehen. Hier gehts eben um Verschwörungstheorien armer Würste, die an der Welt und ihren Ungerechtigkeiten im großen Rahmen leiden statt im Kleinen tätig zu sein. Man sollte sich fragen, warum Wikileaks z.B. keine geheimen Dokumente aus China oder dem Iran in dem Ausmaße wie aus den USA zur Verfügung hat. Eben: Weil das wirkliche Terrorregime ohne freie Information sind, die tatsächlich jeden Hochverräter sofort ohne völkerrechtliches Hin und Her liquidieren. Wikileaks bestand aus neurotischen Witzfiguren und so haben sie es ja auch folgerichtig geschafft, ihr Großprojekt aus Gründen gekränkter Eitelkeit in ein paar Wochen vollkommen zu zersägen.

  • Ich glaube Sie haben den Kommenatar von JulianBraivik gar nicht verstanden. Braivik hat Menschen direkt erschossen. Assagne hat durch das Veröffentlichen von geheimen Dokumenten und der Nennung von Namen vielleicht auch andere Menschen ans Messer geliefert. Zum Beispiel wenn man die Namen westlicher Agenten im Iran veröffentlicht.
    Von dieser Sichtweise aus kann man Menschen auch gefährden oder gar ermorden. Als Schreibtischtäter mit geklauten Dokumenten.

  • was ist ein "offizieller verrat"?

  • Wikileaks bringt Greueltaten und Kriegsverbrechen der USA ans Tageslicht und einige geistigen Tiefflieger verleichen Assange mit Breivik.

  • Asyl

    Fliegt Julian nach Equador ?
    Da ist der Weißhauptadler vor !
    Er wird dazu kein Placet geben
    und lässt zur Not die Erde beben.

  • @JulianBreivik

    Die WAHREN HELDEN Teil 2

    Jetzt kommen sie und demonstrieren mit ihrem unkritischen Kommentar der ganzen zivilisierten Welt, dass sie offensichtlich zu dumm sind, diese scheinheilige Propaganda zu durchschauen und stellen diese Aktion von Assange in Frage. Assange und Manning zeigten mit ihren Taten, dass sie mehr Mut im kleinen Finger haben, als sie jemals in ihrem ganzen Leben haben werden. Es sollte mehr Mannings und Assanges geben, wir sollten sie uns zu Vorbildern nehmen, statt sie mit dümmlichen, propagandistischen Argumenten zu diskreditieren. Assange und Mannings sind die Helden unserer Zeit, man sollte sie für den Friedens-Nobelpreis nominieren. Diesen Friedens-Nobelpreis erhalten statt dessen Persönlichkeiten; die viel versprechen und nichts auf die Reihe bringen und immer noch Krieg führen und den Tod von Menschen billigend in Kauf nehmen. Ich erwarte von der Bundesregierung Deutschland, Assange Asyl zu gewähren und fordere alle Foristen hier auf, darüber nachzudenken, warum das nicht schon lange geschehen ist, wo wir doch ein so Freiheit liebendes Land sind und dennoch in Afghanistan den Tod von Menschen, ja unserer eigenen Soldaten, Tag für Tag, billigend in Kauf nehmen.
    Im Übrigen gibt es mir sehr zu denken, dass sie sich mit dem Namen eines Massenmörders schmücken; sie sollten das mal fachmännisch analysieren lassen. (Kein Scherz)

  • Die WAHREN HELDEN Teil 1
    Sie sollten die Werbeslogans der US-Neoliberalen nicht so unkritisch übernehmen. Wer nimmt denn hier den Tod und die Verstümmelung von Menschen billigend in Kauf? Denken Sie nach man!
    Nehmen wir den Vietnam Krieg als Beispiel. Da wurden 58000 junge Amerikaner von der eigenen Regierung sinnlos verheizt. Es starben 2 Millionen vietnamesische Zivilisten (darunter Frauen und Kinder, weitere 2 Millionen wurden gnadenlos verstümmelt und weitere 2 Millionen Menschen giftigen Chemikalien ausgesetzt.
    Man hat den Irakkrieg mit fadenscheinigen Gründen willkürlich vom Zaun gebrochen. Resultat 654965 getöteten Zivilisten (= 2,5 % der Gesamtbevölkerung), 4804 US-Soldaten, 32200 Verwundungen bei US-Soldaten und 10125 getötete Irakische Soldaten. Also rund 70000 getötete bzw. verwundete Menschen, deren Schicksal man billigend in Kauf nahm. Dabei sind die Schicksale der betroffenen Familienangehörigen noch nicht einmal erwähnt. Jeder, der seine Eltern oder ein Elternteil in jungen Jahren verloren hat, weiß wovon ich spreche.
    Man hätte mit solchen Informationen, diese Kriege und deren Hintermänner, unter Umständen entlarven, stoppen und verhindern können. Warum ? Ganz einfach, weil diesen Verbrechern im Hintergrund gewaltig der Arsch auf Grundeis ging, als sie erkennen mussten, dass es da Lücken gibt, in ihrem glorreichen Verdummungssystem. Diese Lücken waren umso bedrohlicher, da man sie, weder schnell lokalisieren, noch stopfen konnte. Man war nicht einmal in der Lage sie zu quantifizieren. Dies bedeutete, es bestand die Gefahr, die Drahtzieher und Hintermänner zu entlarven und gefährdete damit ihre Machtpositionen. Damit dies nicht noch einmal passiert, oder gar zur Nachahmung animiert; versucht man jetzt sowohl an Julian Assange als auch an Bradley Manning ein Exempel zu statuieren. Man bedient sich dabei heuchlerisch eines vaterländischen Vokabulars und spricht von Landesverrat; einfach nur pervers das Ganze.

  • Ist doch noch überhaupt nicht bewiesen, das es einen offiziellen Verrat gegeben hat. Der arme Soldat ist doch nur Sündenbock dafür, dass die Amis nicht wissen, ob ihr Militärnetzwerk gehackt worden war oder nicht... Oder glaubt jemand, dass Stuxnet erst seit 2011 verfügbar ist und die anderen Derivate zum Ausspähen des Freindes (kein typo!).

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