WikiLeaks-Gründer
Assange protestiert gegen Hausarrest

WikiLeaks-Gründer Julian Assange meldet sich per Videobotschaft zurück. Er beklagt sich darin über seine strengen Auflagen seines nun sechs Monate währenden Hausarrests in England.
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London/BerlinMit einem Video beklagt sich Wikileaks- Gründer Julian Assange über den sechs Monate währenden Hausarrest in England. In dem am Donnerstag veröffentlichten Clip mit dem Titel „191 Tage ohne Anklage“ ist zu sehen, wie der Australier jeden Tag in einer Polizeistation vorstellig wird, um per Unterschrift seine Anwesenheit zu bestätigen. Die strengen Auflagen, unter denen Assange aus der Untersuchungshaft entlassen worden ist, halten ihn aber nicht davon ab, zu einem Essen in London zu laden - acht Gäste können einen Platz am Tisch ersteigern. Der Erlös soll der Enthüllungsplattform zugutekommen.

Assange sieht sich derzeit dem Vorwurf ausgesetzt, in Schweden zwei Frauen sexuell missbraucht zu haben. Die Justiz des Landes hat deswegen Haftbefehl erlassen und die Auslieferung des Australiers beantragt. Ein britischer Richter erklärte den Auslieferungsantrag aus Schweden für rechtmäßig. Assange ging in Berufung, am 12. Juli soll es dazu eine Anhörung in London geben. Er selbst weist die Vorwürfe zurück.

Assange lebt derzeit im Haus eines Freundes in England. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen und sich täglich bei der Polizei melden. In dem Video vermuten Wikileaks-Unterstützer, dass Überwachungskameras in der Nähe des Hauses dem Australier gelten.

Nachdem es lange um den Wikileaks-Aktivisten still war, macht er jetzt auch mit einer Spendenaktion von sich reden: Bei Ebay ein dreistündiges Essen mit dem Australier versteigert. Auch der slowenische Philosoph Slavoj Zizek sei beim Treffen am 2. Juli in einem Londoner Restaurant dabei, heißt es in den Auktionen, die bis Montag läuft. Aktuell kann auf der britischen Ebay-Website auf vier Plätze geboten werden, insgesamt sollen es den Einträgen zufolge acht sein. Der komplette Erlös soll an Wikileaks gehen. Am Donnerstagnachmittag lag das höchste Gebot bei 4100 Pfund (knapp 4700 Euro).

Wikileaks finanziert sich über Spenden. Nach der Veröffentlichung von US-Geheimakten stoppten die Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa sowie der Zahlungsdienstleister PayPal im vergangenen Jahr die Überweisungen an die Organisation. Allerdings leitet die deutsche Wau-Holland-Stiftung weiter Spenden an Wikileaks weiter. 2010 gingen 1,3 Millionen Euro ein, davon wurden gut 400.000 Euro ausgezahlt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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