Wikileaks-Gründer
Ecuador dementiert Asylrecht für Assange

Die Flucht in die ecuadorianische Botschaft war Julian Assanges letztes Mittel, um einer Abschiebung nach Schweden zu entgehen. Einer Zeitung zufolge wurde ihm Asyl gewährt - davon wusste der Präsident aber nichts.
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Quito/LondonEcuadors Präsident Raffael Correa hat Berichte der britischen Zeitung „Guardian“ über eine Asyl- Entscheidung zugunsten des Wikileaks-Gründers Julian Assange dementiert. „Es gibt keine Entscheidung in dieser Angelegenheit“ twitterte Correa am Dienstagabend in Quito. „Ich habe noch nicht einmal den Bericht vom Außenministerium erhalten.“ Auch andere Politiker in Quito dementierten den Bericht der Zeitung.

Kurz zuvor hatte der „Guardian“ berichtet, dass sich die Regierung Ecuadors dazu entschlossen habe, dem Gründer der Internet- Enthüllungsplattform politisches Asyl zu gewähren. Man sehe in dem Fall Assange eine Angelegenheit der Menschenrechte, schreibt der „Guardian“ in seiner Onlineausgabe unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Die Regierung hatte angekündigt, die Entscheidung solle noch in dieser Woche verkündet werden.

Assange (41) befindet sich seit sieben Wochen in der Botschaft Ecuadors und lebt dort den Angaben zufolge in einem kleinen Zimmer mit Internetanschluss. Es habe bereits Verhandlungen auf diplomatischer Ebene gegeben, bevor Assange den Schritt in die Botschaft ging, hieß es. Die Behörden in Großbritannien und Schweden seien bei den Gesprächen nicht besonders kooperativ gewesen.

Assange soll von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden. Dort wird ihm vorgeworfen, im Sommer 2010 zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall vergewaltigt zu haben. Assange bestreitet dies. Er befürchtet, dass einem Verhör in Schweden die Auslieferung in die USA folgen könnte. Seine Plattform Wikileaks hatte Tausende Depeschen öffentlich gemacht, die die Rolle der USA in verschiedenen internationalen Konflikten, unter anderem in Afghanistan und im Irak öffentlich machen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wikileaks-Gründer: Ecuador dementiert Asylrecht für Assange"

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  • Da wird uns Europäern in Sachen "Menschenrechte" der Spiegel vorgehalten. Das juristisch-politische Manöver gegenüber Assange war ja auch zu durchsichtig. Man merkt es auch daran, wie sich die britsiche und schwedische Diplomatie verhalten haben. Dass man verschnupft reagiert, bloß weil ein Flittchen in Schweden nicht zufrieden mit der sexuellen Leistung Assanges nicht zufrieden war, kann ja kein Grund sein, ein diplomatisches Tauziehen zu veranstanlten.

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