Wikileaks-Informantin
Keine Gnade für Chelsea Manning

Wie Barack Obama bleibt auch die US-Armee hart: Ein Gnadengesuch der Enthüllerin Hunderttausender geheimer Dokumente wurde abgelehnt. Nun geht der Fall an ein Berufungsgericht weiter.
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WashingtonEin Generalmajor der US-Armee hat ein Gnadengesuch für die zu 35 Jahren Haft verurteilte Wikileaks-Informantin Chelsea Manning abgelehnt. Mit dem Entschluss von General Jeffrey Buchanan bleibt es vorerst bei der Haftstrafe für die 26-Jährige, die für die Weitergabe von Staatsgeheimnissen an die Online-Enthüllungsplattform verurteilt wurde.
Damit geht der Fall automatisch an das zuständige Berufungsgericht, teilte der Militärbezirk Washington am Montag mit.

Buchanan hätte die Strafe auch reduzieren können. Manning, die sich nach ihrer Verurteilung von ihrem ehemaligen Vornamen Bradley trennte und sich für ein Leben als Frau entschied, hatte sich zuvor ohne Erfolg mit einem Gnadengesuch an US-Präsident Barack Obama gewandt.

700.000 Dokumente

Manning wurde für die Weitergabe von über 700.000 geheimen Dokumenten an die Webseite Wikileaks wegen Verstößen gegen das Spionage-Gesetz verurteilt. Die Enthüllungen gehören zu den größten der US-Geschichte. Militär-Ermittler nannten Manning ein Verräterin, die geheime Informationen geteilt hatte, obwohl sie wusste, dass sie so Terrorgruppen wie der Al-Kaida zugänglich gemacht würden.

Derzeit sitzt sie im Militärgefängnis Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas. Bei guter Führung hat Manning die Möglichkeit, in etwa neun Jahren auf Bewährung freizukommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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  • Für die Haltung habe ich Verständnis!

    Die USA muss höllische Angst davor haben, dass noch mehr an die Öffentlichkeit kommt. Dies will sie mit aller Macht verhindern.

    Herr Snowdon sollte den Fall genau verfolgen und daraus ableiten, wie mit ihm umgegangen wird.

    Es ist jetzt Sache der anderen Regierungen sich auf eine Seite zu schlagen. Auf die Seite derer, die den Rechtsstaat mit Füßen treten oder auf die Seite derer, die den Rechtsstaat verteidigen.

    Wo unsere Bundesregierung anzutreffen ist, wissen wir nicht. Wir wissen lediglich, dass sie die Rechte der Bürger nicht schützt.

  • Das ist ein weiterer starker Grund, Snowden auf keinen Fall nach Deutschland zu holen! Er muesste nicht nur befuerchten, entfuehrt, sondern gleich exekutiert zu werden. Manning, Assange und Snowden sollten den naechsten Friedensnobelpreis bekommen - also: schreibt massenhaft and das Nobelkomitee in Oslo!

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