Wikileaks
Julian Assange meldet sich zurück

Mit Dokumenten zum Abhören französischer Präsidenten durch die NSA meldet sich die bekannteste Enthüllungsplattform der Welt machtvoll zurück. Jetzt will sie das Geheimnis der Welt-Handelsverträge knacken.
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San FranciscoEs gibt keine Atempause: Das nächste Projekt ist bei Wikileaks schon in Arbeit. 100.000 Dollar Kopfgeld lobt die Enthüllungsplattform für den streng geheimen Vertragstext des pazifischen Handelsabkommen TPP aus. Für das hat sich US-Präsident Barack Obama gerade eine Vollmacht vom US-Kongress für beschleunigte Geheim-Verhandlungen ausstellen lassen. Wer sich die Prämie abholen will, der sendet den Vertragstext online an Wikileaks.org – und hofft, dass er danach nicht erwischt wird.

Seit der Veröffentlichung der geheimen NSA-Spionagepapiere über drei französische Präsidenten ist die unbequeme Investigativ-Plattform wieder in aller Munde. Ende 2010 war die Annahme von anonymen Dokumenten eingestellt worden. Seit Mai 2015 geht es wieder.

Wikileaks beschreitet mit der Bezahlung für Informationen neue Wege. Waren bislang Weltverbesserer und Überzeugungstäter die Informanten, soll sich das Verpfeifen jetzt lohnen. Kopien der Verträge liegen in vielen Unternehmen, die, anders als die Bürger, exklusiven Zugang haben. Da könnte ein unterbezahlter Mitarbeiter mal schwach werden, so die Hoffnung.

Das Geld besorgt sich Wikileaks über Spenden von seinen Unterstützen. Nicht zuletzt Obamas politischer Durchmarsch lässt Wikileaks zu der ungewöhnlichen Finanzaktion greifen. Die Verträge könnten jetzt im Rekordtempo und ohne Einmischung des Kongresses abgeschlossen werden.

Das wäre ein Alptraum für Julian Assange, dem Gesicht hinter Wikileaks. 1971 geboren lernte Assange im Selbststudium wie man mit Computern umgeht und was man alles damit machen kann, wenn man im Internet ist.

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„Die Zeit der Geheimhaltung läuft aus“

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