Wikileaks
Kriegsreporter half Julian Assange

Auf der Flucht vor den Geheimdiensten tauchte Wikileaks-Gründer Julian Assange in einem Londoner Journalistenclub unter. Der Kriegsrepoter Vaughan Smith gewährte dem Australier Unterschlupf. Hier habe der 39-jährige Australier arbeiten und sich mit anderen Journalisten austauschen können.
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LONDON. Der Mann verliert nicht so schnell die Nerven. Im Golfkrieg 1991 hat sich der Reporter als Soldat ausgegeben und unter die amerikanischen Fronttruppen gemischt. Er filmte die Kämpfe und auch die Soldaten, die danach das Schlachtfeld plünderten. Er war auch in Bosnien dabei, im Kosovo und im Irak-Krieg. Vaughan Smith kann nicht viel aus der Ruhe bringen – schon gar das, was er in den vergangenen Monaten tat. Smith gewährte Wikileaks-Gründer Julian Assange Unterschlupf – dem Mann, den die Amerikaner wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten zum Staatsfeind erklärten und den Interpol wegen des Verdachts auf Vergewaltigung zur Fahndung ausgeschrieben hat.

Assange fand Zuflucht in dem von Smith gegründeten Frontline Journalistenclub – untergebracht in einem viktorianischen Backsteinbau in der Nähe des Londoner Bahnhofs Paddington. Hier habe der 39-jährige Australier arbeiten und sich mit anderen Journalisten austauschen können, bestätigte Smith Anfang der Woche. Wenige Stunden zuvor hatte sich Assange der Polizei gestellt.

Den Frontline Club hat Smith 2003 gegründet. Er sei es leid gewesen, seine Freunde nur bei Beerdigungen von Kollegen zu treffen, die als Reporter im Krieg umgekommen waren, sagt der 47-Jährige.

Der Club ist aber bei weitem nicht nur ein Treffpunkt für Kriegsberichterstatter, sondern auch für viele andere Journalisten. Neben den Räumen für Mitglieder gibt es auch ein Restaurant, zwei Schlafzimmer und einen Konferenzraum. Den hat Assange bereits Ende Juli genutzt, als er brisante Dokumente über den Afghanistan-Krieg vorstellte.

Kommentare zu " Wikileaks: Kriegsreporter half Julian Assange"

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  • Wikileaks hätte es schon lange vorher wissen müssen Die Vertragspartner haben es mehr als deutlich gemacht http://goo.gl/bkEXy

  • Julian Assange wird zu Recht kritisiert, Wikileaks nicht. Die Veröffentlichung von Dokumenten steht in einer langen Tradition investigativer Enthüllungen und kritischer Distanz zur Macht. Sie bringt die Demokratie voran: http://bit.ly/gZcnwX

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