Wikileaks
Pentagon bereitet sich auf neue Veröffentlichungen vor

US-Militärs bauen Wikileaks-Veröffentlichungen vor. Eine 120 Mann starke Truppe sondiert derzeit interne Akten und prüft, welche sensiblen Informationen an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Derweil macht sich der Gründer der Seite immer mehr Feinde.
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HB WASHINGTON/STOCKHOLM. Das US-Militär wappnet sich gegen einen neuen Überfall aus dem Internet: Kurz vor der Veröffentlichung von Hunderttausenden geheimen Militärakten zum Irak-Krieg auf der Enthüllungsplattform Wikileaks hat das Pentagon eine 120 Mann starke Taskforce zusammengestellt. „Wir überprüfen die Dokumente in unseren Datenbanken, was davon Gegenstand der Veröffentlichung sein könnte“, sagte Pentagonsprecher Major Chris Perrine am Montag. In Stockholm wurde unterdessen dem Wikileaks-Gründer und Internet-Aktivisten Julian Assange die Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung verweigert.

Die Taskforce des US-Verteidigungsministeriums sei bereit, hieß es. Ihr Ziel sei, „die möglichen Auswirkungen“ zu ermitteln, wenn Wikileaks die Militärakten ins Internet stellen sollte. „Es kann nur darüber spekuliert werden, was sie haben“, sagte Perrine.

Es soll sich dabei laut US-Medien und Blog-Berichten um bis zu 500 000 Dokumente zum Irak-Krieg aus den Jahren zwischen 2004 bis 2009 handeln. Unklar war zunächst, wann die Akten veröffentlicht werden sollten. Es wurde aber spekuliert, dass der Termin noch im Oktober liegen könnte. „Es wird riesig“, zitierte der Blog „Threat Level“ eine Quelle, die mit den Wikileaks-Plänen vertraut sein soll.

Die Enthüllungsplattform hatte im Juli mit der Veröffentlichung Zehntausender teils geheimer Militärunterlagen zum Afghanistan-Krieg für Aufsehen gesorgt und das Pentagon auf den Plan gerufen. Zwar stehe in den Dokumenten nichts wirklich Neues, die Veröffentlichung gefährde jedoch US-Soldaten, hieß es von dort. Danach stellte Wikileaks noch eine als geheim eingestufte, drei Seiten umfassende Analyse des Geheimdienstes CIA ins Internet. Amerikanische Medien bezeichneten das Papier aber als wenig brisant und unkonkret.

Die US-Militärs ermitteln im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente auch gegen den Gefreiten Bradley Manning, der die Papiere weitergeleitet haben soll. Ihm wurde bereits vorgeworfen, im Februar ein Video aus einem Kampfhubschrauber im Irak an Wikileaks weitergegeben zu haben. Daten auf seinem Laptop ließen darauf schließen, dass er auch für die Weitergabe der Dokumente aus Afghanistan verantwortlich sei, berichteten US-Medien.

Die schwedische Einwanderungsbehörde lehnte unterdessen den Antrag des Australiers Assange auf Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung ab.

Details wurde nicht genannt, ein Sprecher berief sich auf Vertraulichkeit. Assange hatte den Antrag im August gestellt, kurz danach wurde gegen ihn in Schweden wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung ermittelt. Der Internet-Aktivist hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sie als ein Komplott bewertet, um ihn mundtot zu machen.

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