Wintereinbruch droht
Großbritannien schlägt wegen Pakistan-Hilfe Alarm

In Pakistans Erdbebengebieten werden der britischen Regierung zufolge noch viel mehr Menschen sterben, wenn die Welt nicht schneller hilft. Insbesondere die rund zwei Millionen Menschen, die durch das Beben vor fast zwei Wochen obdachlos geworden seien, müssten sofort versorgt werden, sagte Entwicklungshilfeminister Hilary Benn am Donnerstag nach einem Besuch in den am schwersten getroffenen Nordwesten Pakistans. Es würden deutlich mehr Zelte benötigt, um die Betroffenen vor Wintereinbruch unterzubringen.

HB ISLAMABAD/GENF. Zudem müssten die Vereinten Nationen (UN) mehr Rettungskräfte entsenden. Der Koordinator der UN-Nothilfe, Jan Egeland, appellierte derweil an die Nato, eine Luftbrücke einzurichten, um hunderttausende Menschen in besonders entlegenen Gebieten retten zu können. Bislang ist der Tod von fast 50.000 Menschen bestätigt.

Falls nicht genug Zelte verfügbar seien, müssten eben auch Planen oder dünne Wellblechdächer genommen werden, sagte Benn. „Und falls es nicht möglich ist, die Unterkünfte zu den Menschen zu bringen, dann müssen wir die Menschen eben zu den Unterkünften bringen - und ich glaube, dass das die Aufgabe ist, die jetzt ansteht.“

Den Angaben zufolge hat Großbritannien, das viele Staatsbürger pakistanischer Herkunft hat, jedes verfügbare Winterzelt sowie Hubschrauber nach Pakistan geschafft. Zudem seien die Hilfsgelder auf fast 60 Millionen Dollar aufgestockt worden, erklärte Benn. Der Minister kritisierte, dass die UN derzeit weder in Muzaffarabad noch in Balakot präsent seien - den beiden größten Orten, die das Beben verwüstet hat.

Die UN wollen in der kommenden Woche in Genf über das weitere Vorgehen beraten. Noch am Freitag wollte Koordinator Egeland der Nato seinen Vorschlag einer „zweiten Berliner Luftbrücke“ vortragen. Der Norweger erklärte in Genf, wenn es Ende der 40er Jahre möglich gewesen sei, Millionen West-Berliner während der Sowjetblockade aus der Luft zu versorgen, sei dies auch 2005 zu schaffen. Die Totenzahl von derzeit 48.000 könne sich noch verdoppeln, warnte Egeland. Er kritisierte, von den durch die UN erbetenen 312 Millionen Dollar seien durch die Staatengemeinschaft bislang erst 86 Millionen Dollar zugesagt worden.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer teilte mit, das Bündnis habe bereits Tonnen von Lebensmitteln in die Krisenregion geflogen und tue, was es könne. Jedem sei klar, wie ernst die Lage in Pakistan sei.

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