"Wir haben beschlossen, Türme in Amerika zu zerstören"
Osama bin Laden droht US-Amerikanern

In seiner ersten Video-Botschaft seit Jahren hat Al-Qaeda-Chef bin Laden am Freitag Verantwortung für die Anschläge vom 11. September 2001 übernommen. Er werde den USA zeigen, wie derartige Attacken künftig verhindert werden könnten.

HB BERLIN. Der arabische Fernsehsender Al Dschasira hat am Freitagabend ein Videoband mit einer Botschaft des Extremistenführers Osama bin Laden ausgestrahlt. Darin wendet sich der Chef des Terrornetzwerks Al Qaeda insbesondere an die US-Amerikaner.

Bin Laden nahm in der Erklärung eindeutig die Verantwortung für die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. «Wir haben beschlossen, Türme in Amerika zu zerstören», sagte er laut der Nachrichtenagentur AP. Die Attacke sei notwendig geworden, weil «wir ein freies Volk sind und die Freiheit unserer Nation wiedererlangen wollen». Offen blieb, welches Volk und welche Nation bin Laden damit meinte.

In seiner «an das amerikanische Volk» adressierten Botschaft wirft der Al-Qaeda-Chef - in traditionelle weiße Robe und weißen Turban gekleidet - zudem dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush vor, die Menschen in den USA in den Jahren seit den Anschlägen vom 11. September 2001 getäuscht zu haben. Die Regierung in Washington stütze sich auf «korrupte arabische Regierungen», sagte bin Laden den Angaben nach.

An die US-Bevölkerung gewandt fügte er in Anspielung auf die kurz bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen hinzu: «Eure Sicherheit ist nicht in den Händen von Kerry oder Bush oder Al Qaeda. Eure Sicherheit liegt in euren eigenen Händen». Die beste Möglichkeit, eine dem 11. September ähnliche «Katastrophe» zu vermeiden, sei es, Araber nicht weiter zu provozieren.

Al Dschasira hatte die Ausstrahlung des Bandes kurz vorher angekündigt. Der Sender machte keine Angaben dazu, wie er in den Besitz des Videos gelangt ist. Al Dschasira hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Ton- und Videobänder von Leuten aus dem Umfeld Al Qaedas erhalten.

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