"Wir haben über Zahlen gesprochen"
Rumsfeld: Teil der US-Truppen aus Deutschland wird abgezogen

Im Zuge einer weltweiten Umstrukturierung der Streitkräfte werden die USA einen Teil ihrer Truppen aus Deutschland abziehen. Das hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nun bestätigt.

HB WASHINGTON/BERLIN. Das Auswärtige Amt erklärte am Montag, es habe mehrere Konsultationsrunden zwischen den USA und Deutschland gegeben, bei denen auch die Positionen der betroffenen Bundesländer berücksichtigt worden seien.

„Es wird eine Verlegung aus Deutschland geben, und wir haben darüber und über Zahlen mit Deutschland gesprochen. Sie machen das Gleiche, sie passen ihre Streitkräfte an und sie verstehen das“, sagte Rumsfeld am Sonntag Reportern während seiner Rückkehr von einer Reise nach Europa und Asien. Die Entscheidung über eine Verlegung von Truppen werde sich über einen Zeitraum von „vier, fünf, sechs Jahren“ hinziehen. Konkrete Zahlen zur Truppenreduzierung nannte er nicht. Zeitungsberichten zufolge wird Deutschland am stärksten von dem Rückzug betroffen sein, der europaweit auf 45 000 Soldaten geschätzt wird. Betroffen sein sollen demnach unter anderem zwei US-Divisionen in Wiesbaden und Würzburg. Nach Angaben aus der US-Regierung wollte Präsident George W. Bush die Pläne am Montag bei einer Rede vor Veteranen im Bundesstaat Ohio bekannt geben.

Derzeit sind gut 100 000 US-Soldaten in Europa stationiert, davon mehr als 70 000 in Deutschland. Die US-Streitkräfte sind als Arbeitgeber für Zivilbeschäftigte und Auftraggeber für heimische Betriebe ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Insgesamt sollen rund 70 000 US-Soldaten aus Asien und Europa abgezogen und damit die größte Umstrukturierung der US-Truppen seit Ende des Kalten Krieges vollzogen werden.

Die „Financial Times“ berichtete, die USA wollten ihre 1. Panzerdivision in Wiesbaden und die 1. Infanteriedivision in Würzburg abziehen. Darüber hinaus würden 13 US-Einrichtungen in der Nähe der hessischen Städte Gießen und Friedberg geschlossen. Außerdem werde sich die US-Luftwaffe von ihrer Rhein-Main Air Base in Frankfurt zurückziehen und ihre Streitkräfte an den beiden rheinland-pfälzischen Stützpunkten Ramstein und in Spangdahlem konzentrieren. Weiter berichtete das Blatt unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, die USA hätten große Anstrengungen unternommen, die Bedenken der Bundesregierung hinsichtlich der Nachteile des Abzugs zu zerstreuen. Es werde eine neue US-Brigade leicht bewaffneter Stryker-Fahrzeuge stationiert sowie bestehende Trainingseinrichtungen verstärkt.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, zu Umfang und Orten des Truppenabzugs könne sie sich noch nicht äußern. Man werde die angekündigte Rede von US-Präsident Bush abwarten.

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