"Wir werden die Hauptexport-Pipeline im Süden bombardieren"
El-Sadr-Anhänger drohen mit Angriff auf Ölpipeline

Eine Gruppe mit angeblichen Verbindungen zu dem radikalen irakischen Schiiten-Anführer Moktada el-Sadr hat mit Angriffen auf eine zentrale südirakische Ölpipeline gedroht, sollten sich die US-Truppen nicht aus der Stadt Nadschaf zurückziehen. Sorgen um Lieferengpässe haben die Ölpreise zuletzt auf neue Rekordhöhen getrieben.

HB DUBAI. „Wir haben in Amara eine Ölquelle in Brand gesetzt. Das ist eine schlichte Warnung an die Regierung von (Ministerpräsident Ijad) Allaui und die Besatzungskräfte. Wir werden die Hauptexport-Pipeline im Süden bombardieren, wenn sie Nadschaf nicht innerhalb von 48 Stunden verlassen und die Belagerung beenden“, heißt es in der Erklärung der Gruppe, die das Datum vom Montag trägt. Die Gruppe nennt sich Geheime Einsatztruppe der Armee des Imam Mehdi und hat nach eigenen Angaben Verbindungen zu El-Sadr, der sich mit Kämpfern seiner Miliz in Nadschaf, 160 Kilometer südlich von Bagdad, verschanzt hat.

Als Reaktion gegen die US-Offensive in Nadschaf haben Anhänger El-Sadrs wiederholt mit Anschlägen auf die Ölindustrie im Süden des Landes gedroht. Die Hauptpipeline im Süden ist wegen Sabotageakten bereits seit dem 9. August fast durchgängig geschlossen. Auch am Mittwoch konnte ein Vertreter der South Oil Company nicht sagen, wann sie wieder in Betrieb genommen werden kann. Durch die Unterbrechung der Hauptpipeline ist der Erdöl-Export des Landes auf die Hälfte der derzeit möglichen Menge reduziert.

„Vielleicht ändert sich die Lage bis heute Abend“, sagte der Vertreter der South Oil Company. „Heute sind mehr Leute zur Arbeit gekommen und die Unternehmensführung hat für morgen alle Arbeiter aufgefordert, wieder zu kommen.“ Wegen der Instabilität und Kämpfen in der südirakischen Stadt Basra hat die South Oil Company ihre Mitarbeiter vor einer Woche aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Am Mittwoch näherte sich der Nymex-Preis für US-Leichtöl mit 46,68 Dollar pro Barrel (159 Liter) wieder der 47-Dollar-Marke an.

Der Aufstand der El-Sadr-Anhänger hat sich seit etwa zwei Wochen rund um die Stadt Nadschaf zugespitzt, wo sie sich heftige Gefechte mit US-Truppen und irakischen Sicherheitskräften liefern. Vermittlungsbemühungen der derzeit tagenden irakischen Nationalkonferenz sind am Dienstag gescheitert. Die Konferenz soll einen Rat bestimmen, der die irakische Übergangsregierung bis zu im Januar geplanten Wahlen kontrolliert.

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